América Andina - 20 Jahre Reisen in Lateinamerika
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Zu Hause im Pantanal

Unsere Reiseleiterin Traudi Zobel (Brasilien) im Porträt

Seit dem Jahr 2000 ist die Brasilianerin Traudi ZobelReiseleiterin für das Pantanal, das riesige Binnenland-Feuchtgebiet im mittleren Südwesten von Brasilien. Im gleichen Jahr deklarierte die UNESCO dieses Natur-Paradies, das so groß ist wie die BRD vor der Wiedervereinigung, zum Weltnaturerbe. Traudi, die dort fast täglich unterwegs ist, darf man mittlerweile ohne Übertreibung als absolute Expertin für die Flora und Fauna bezeichnen. Wir möchten sie Ihnen an dieser Stelle vorstellen und hoffen, dass es uns gelingt, ihre große Liebe zum Pantanal in Worte zu fassen.

Deutsch-Training mit dem Großvater

Traudi Zobel stammt aus der rund 15.000-Einwohner-Stadt Crissiumal im Bundesstaat Rio Grande do Sul, dem südlichsten der 27 brasilianischen Bundesstaaten. Seit 2006 arbeitet sie als Reiseleiterin für América Andina. Und zwar mit Leidenschaft: „Ich bin diejenige, die stets versucht, alles am besten zu erklären“, sagt sie vergnügt und selbstbewusst mit ihrer tiefen Stimme. Die Entscheidung, Touristen diesen wunderschönen Teil ihres großen Landes näher zu bringen, ist eine fast logische Folgerung aus der Tatsache, dass sie gut deutsch spricht und sich schon als Kind in der Natur sehr gut auskannte. „Mein Ziel ist, zu allen Menschen freundlich zu sein. Und ich glaube, allein dadaurch, dass ich versuche, immer mein Bestes zu geben, haben die Gäste viel Spaß mit mir”, sagt die 50-jährige, die tatsächlich deutsche Wurzeln hat. Ihr Großvater kam aus Stuttgart. „Als ich klein war, haben wir zuhause oft deutsch gesprochen und sogar regelmäßig eine deutsche Zeitung bekommen. Mein Großvater hat gesagt, üb weiter! Und so habe ich vor dem Spiegel gestanden und laut deutsch sprechen geübt.”

Das Pantanal: Zuhause im Paradies

Traudi Zobel und ein Kaiman im PantanalDas Pantanal (portugiesisch für Sumpf) ist eine noch sehr wenig erschlossene und kaum bewohnte Flussniederung mit zahlreichen Süßwasser- und Salzseen. Gespeist werden die Flüsse vom Río Paraguay. In diesem artenreichen Feuchtgebiet gibt es mit geschätzten 665 Vogelarten mehr als in ganz Europa. Ornithologen bezweifeln, dass schon alle entdeckt werden konnten …
Fragt man Traudi, was sie persönlich am Pantanal fasziniert, bekommt man folgende Antwort: „Alles! Die Natur ist für mich jeden Tag aufs Neue faszinierend. Ich habe hier in der Flora und Fauna und inmitten der tollen Menschen mein Paradies gefunden.“

Auch wenn Traudi einmal keine Gruppen leitet, ist sie immer wieder an bestimmten Plätzen zu finden. Zum Beispiel auf und abseits der Transpantaneira. Die Transpantaneira ist eine seit 1979 im Bau befindliche Nord-Südverbindung durch das Pantanal – allerdings nur im Staat Mato Grosso. Die Straße, die in Poconé beginnt und bei Porto Jofre endet, wurde aus aufgeschütteter Erde hergerichtet und muss an vielen Stellen immer wieder neu befestigt werden. Es ist eine Abenteuer-Route. Das Besondere auf der 145 km langen Verbindung durch das Pantanal aber sind die Holzbrücken. Es sind mehr als 120 größere und kleinere Brücken. Die Überquerung gestaltet sich – gelinde gesagt – noch abenteuerlicher als die Fahrt auf der Schotterpiste. Übrigens: Für das Befahren der Transpantaneira sollte man im Kopf haben, dass es nach Passieren des Eingangstors nur noch auf rund 70 Kilometern einen funktionierenden Telefon-Empfang gibt.

Aber nicht nur die Straße selbst ist erlebenswert! Denn sie bildet „nur” den Weg durch einen faszinierenden Lebensraum. Bereits auf der Fahrt lassen sich rechts und links am Wegesrand alle möglichen Tiere beobachten. Noch interessanter ist es natürlich, wenn man die Straße verlässt und die Natur- und Tierwelt zu Fuß durchstreift, sie vom Pferderücken oder vom Boot aus entdeckt. So wie Traudi Zobel es gerne macht.

Die quirlige Brasilianerin bezeichnet sich selbst gerne als „Frau der Natur”. Die Frage, was man ihrer Meinung nach im Pantanal auf keinen Fall verpassen darf, beantwortet sie wie folgt: „Wenn es irgendwie möglich ist, sollte man auf Jaguar-Safari gehen. Von Mai/Juni bis November gibt es dazu von Porto Jofre aus tolle Möglichkeiten.“ Mit dem Boot geht es auf dem Rio Cuiabá, Rio Tres Irmãos, Rio São Lourenço und Rio Piquiri tief hinein in die unberührte Natur. Dort ist die scheue Wildkatze zuhause. Wer dem Blick des Tieres einmal begegnet ist, wird ihn nie mehr vergessen … Diese Begegnung nennt auch Traudi, wenn man sie nach ihrem definitiv spannendsten Erlebnis fragt.

Und dennoch: Sollte sich der Jaguar nicht zeigen, muss man nicht enttäuscht sein. Denn ganz sicher werden Besucher anderen Tieren begegnen, die sie noch nie zu Gesicht bekommen haben: Lautstarke Brüll- und Kapuzineräffchen, langnasige Ameisenbären, ulkige Gürteltiere, Wasserschwein oder Mähnenwolf … Auf kleinen Wanderungen und Nachtsafaris – ausgerüstet mit Taschenlampen – kommt man außerdem den nachtaktiven Tieren auf die Spur.

Auf dem Pferd durchs Pantanal, Brasilien: Traudi ZobelUnd jetzt wollen wir natürlich von der Expertin wissen, was ihr persönlicher Tipp für Pantanal-Reisende ist: „Mein Tipp ist, das Pantanal vom Pferderücken aus zu erkunden. Macht es am besten so wie ich auf den Fotos: Hut auf und sich wie ein Cowboy fühlen … Mehr brauche ich nicht, um mich wohl zu fühlen“, sagt Traudi, die ihren Beruf sehr liebt. „Mir macht es großen Spaß, den Reisegästen die Schönheiten der Flora und Fauna zu zeigen. Da bin ich mit ganzem Herzen dabei! Es für mich eine Ehre, mein Land auf diesem Weg zu präsentieren.“

Zu den etwa 123 Säugetierarten im Pantanal gehören der bereits erwähnte Jaguar, der Puma und der Ozelot. Ihre Beutetiere sind Sumpfhirsche, Pekaris und Capybaras – die weltgrößten Nager. Rund 70 Kilo können diese auf die Waage bringen. Fast 300 Fischarten, nicht zählbare Reptilien und Amphibien sowie Insekten bilden die Nahrungsquelle für die exotischen Vögel. Der Jaribu, ein Riesenstorch, gilt als Symbol des Pantanals. Zudem ist das Pantanal die Heimat von Kaimanen!

Obwohl dieses artenreiche Paradies unter Naturschutz gestellt wurde und seit 2000 UNESCO-Welterbe ist, ist es durch Industrialisierung und Abholzung akut gefährdet. All das ist Traudi natürlich bewusst. Aber sie gehört zu den Menschen, die versuchen, stets positiv zu denken. „Für mich ist das Pantanal das Paradies auf Erden, das stelle ich immer wieder fest. Ich freue mich darüber, dass die Population der Jaguare wächst und auch die der Hyazintharas. Ich hoffe einfach, dass mein Paradies erhalten bleibt!“

21.04.2014Schlagwörter zu diesem Artikel

 
Traudi Zobel ist Reiseleiterin im Pantanal für América Andina
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Mietwagenrundreise Pantanal und Bonito

Selbstfahrertour südliche Pantanal und nach Bonito

Auf dieser Mietwagenreise durch das brasilianische Pantanal erleben Sie eines der beeindruckendsten Feuchtgebiete unserer Erde. Im Westen des Landes überschwemmt alljährlich zwischen Dezember und März der Paraguay Fluss riesige Ländereien. Dann schwillt das Pantanal auf eine Fläche von über 200.000km² an! Die zuvor trocken gefallene Landschaft verwandelt sich in ein saftiges Feuchtgebiet, gesprenkelt mit natürlichen Pools, Lagunen und Sumpflandschaften.

Highlights:
  • Schnorcheltour im Rio Sucuri
  • Höhlensee Gruta do Lago Azul
  • Tierbeobachtungen
  • Wanderungen, Kanu- und Reittouren
 
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Gruppenreise Naturwunder Brasiliens

Amazonien, Pantanal, Foz do Iguaçu

Diese Reise verführt Naturliebhaber. Von Manaus aus dringen wir tief in den Amazonas-Regenwald ein, um der unglaublichen Flora und Fauna ganz nah zu sein. Unzählige Vögel, Schlangen, Faultiere und Affen kreuzen unseren Weg. Wir beobachten Süßwasser-Delphine in kleinen Kanälen und finden die neugierigen Fische im „Aquário Encantado“ bezaubernd. Urwald-Geräusche wiegen uns in den Schlaf.

Highlights:
  • Amazonas-Regenwald
  • Pantanal
  • Wasserfälle Iguaçu
  • Mini-Survivaltour
  • Tierbeobachtungen
 
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