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Weltmeister Brasilien: Jetzt wird`s tierisch skurril

Warum bei 31° C Weibchen entstehen und der Hühner-Po für Vampire anziehend ist …

Wie war das noch? Wenn der Storch über einen hinwegfliegt, kündigt sich bald Nachwuchs an? Ich bin im Thema Aberglaube nicht ganz firm – folge aber gern den Ratschlägen. Nicht unter Leitern hindurchgehen, schwarze Katzen von rechts oder links sind immer schlecht, drei Mal auf Holz klopfen und so weiter. Und wenn ich einen Storch sehe – was eigentlich nie passiert! – mach ich schnell die Augen zu. Denn der Weißstorch bringt der Legende nach die Babys. Vielen Dank, lieber Storch, aber ich bin gut versorgt. Es heißt, der Storch holt die Kinder aus einem Brunnen und beißt der Mutter anschließend ins Bein, damit sie sich ins Bett legen muss, in welches Meister Adebar das Kind legt. Der Brunnen, aus dem der Storch die Kinder holt, könnte als Bild dafür dienen, dass Ungeborene im Fruchtwasser liegen. Auch der Glaube daran, dass alles Leben aus dem Wasser entstanden ist, könnte zu dem Aberglauben geführt haben …

So, und wie bekomme ich nun den Dreh zu Brasilien? Ach ja, dort lebt der Jaribu. Der bis zu 1,40 m große Vogel ist ebenfalls ein Storch, der von Mexiko bis Argentinien vorkommt. Er lebt in großen Gruppen an Flüssen und Teichen. Wenn er seine Flügel ausbreitet, schafft er 2,60 m Spannweite. Der Schnabel ist bis zu 30 cm lang. Und der Vogel kann bis zu 27 Jahre alt werden.

Ja, genau, ich habe wieder mit den Sammelbildchen meines Sohnes gespielt. Und darin interessante Tiere Brasiliens entdeckt, die ich hier vorstellen möchte. Brasilien ist das Land mit dem größten Artenreichtum weltweit. Die unterschiedlichen Lebensräume (der immergrüne tropische Regenwald des Amazonasgebiets, die Mangrovenwälder an der Küste, die Savannen im Zentrum und Nordosten, das riesige Feuchtgebiet Pantanal, die küstennahen Gebirge oder die subtropische Vegetation des Südens) sind Heimat wundervoller – manchmal einzigartiger – Tiere. Leider, leider wird ihr Lebensraum immer mehr zugunsten der Industrialisierung geopfert. Die Abholzung, Rodung und Umwidmung einst riesiger Waldgebiete für den plantagenmäßigen Anbau von Zuckerrohr, Kaffee und Baumwolle ist eine Bedrohung für die heimische Tier- und Pflanzenwelt Brasiliens. Auch für den Bau von Straßen, Minen und Staudämmen musste Wald weichen. Zum Glück gibt es zahlreiche Schutzgebiete, beispielsweise Nationalparks, in denen ein Teil der artenreichen Tierwelt überleben kann.

Dort lebt zum Beispiel die Terekay-Schienenschildkröte, deren Schutzbedürftigkeit nämlich recht hoch ist. Auf den Sammelbildchen bekommt die Schildkröte in der Kategorie Schutzbedürftigkeit 3 von 5 Punkten. Die Schildkröten verdanken ihren Namen den an den Außenrändern der Beine schienenartig verbreiterten Hornschildern. Interessanterweise hängt das Geschlecht der Nachkommen von der Höhe der Bruttemperatur ab: Ab 31 Grad schlüpfen vorwiegend Weibchen.

Noch mehr Schutz benötigt der Satansaffe. Schwarz ist sein Fell, dunkel sein Gesicht und durch Haarschopf und Bart charakterisiert. Der Schwanz ist lang und sehr buschig – es ist kein Greifschwanz. Satansaffen leben nur im nordöstlichen Brasilien, in einer der am dichtesten besiedelten Regionen Nordbrasiliens. Hauptbedrohung für den Satansaffen ist die Zerstörung seines Lebensraums, die Rodung großer Waldflächen. In geringem Ausmaß kommt auch die Bejagung hinzu. In den vergangenen 30 Jahren ist die Gesamtpopulation um 80% zurückgegangen. Der Satansaffe ist mittlerweile vom Aussterben bedroht.

Beim nächsten Tier hat mich vor allem der Name genauer hinschauen lassen. Es ist der Kammzahnvampir. Eine Fledermaus-Art, die sich ausschließlich vom Blut anderer Tiere ernährt. Dazu krabbelt die Fledermaus auf ihr Opfer (z. B. ein Haushuhn) und beißt es in eine nicht von Federn bedeckte Stelle, etwa Beine oder Popo. Acht Jahre alt kann der kleine Blutsauger mit dieser doch recht einseitigen Ernährung werden. Noch eine Info aus Wikipedia: „War ein Tier bei seinem nächtlichen Beuteflug erfolglos, bettelt es die anderen Gruppenmitglieder an, die einen Teil des Blutes heraufwürgen und so die Nahrung teilen. Da sie im Schnitt alle zwei Nächte Blut konsumieren müssen und bis zu ein Drittel der Beutezüge erfolglos sind, ist dieses Sozialverhalten lebensnotwendig für die Tiere.“

Eines meiner Lieblings-Bilder in der Sammlung ist das des Amazonas-Manatis. Ein echtes Schwergewicht und richtig schön rund an allen Ecken. Die Mini-Augen geöffnet, die Nasenlöcher verschlossen (sieht aus wie ein Deckel!) schwimmt es durchs brackige Wasser des Flusses. Dabei ist das Amazonas- oder Fluss-Manati die kleinste der drei Seekuh-Arten dieser Familie und die einzige, die ausschließlich im Süßwasser lebt. Aber ich finde, eine erreichbare Größe von 2,80 m und ein Gewicht bis zu 480 kg sind doch ganz beachtlich. Die pflanzenfressenden Seekühe verbringen ihr gesamtes Leben im Wasser, sie können eine Viertel Stunde untertauchen – dann müssen sie wieder Luft holen. Die Trockenzeit verbringen sie in tieferen Seen und Flüssen, wo manchmal bis zu 1000 Tiere zusammenkommen. Seit 1973 ist der Fluss-Manati in Brasilien voll geschützt. Er wird als gefährdet eingestuft.

Soweit heute zu meiner kleinen Lehrstunde „Weltmeister Brasilien: Jetzt wird´s tierisch skurril“. Bis zum nächsten Mal!

23.06.2014Schlagwörter zu diesem Artikel

 
Ein Schwarm Störche steht in einem Flussbad in Brasilien
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Individualreise Uruguay, Argentinien und Brasilien

Colonia, Buenos Aires, Ibera, Iguazú, Rio, Paraty, Ilha Grande

Diese Tour haben wir für die Überflieger unter unseren Reise-Gästen zusammengestellt. Sie möchten in kurzer Zeit - aber angemessenem Tempo! - die Highlights mehrerer Länder des südamerikanischen Kontinents kennen lernen? Namhafte Metropolen erobern, durch wunderschöne Kolonialstädtchen schlendern, einzigartige Naturräume erleben? Und am liebsten auch noch an den Traumstränden eines Insel-Paradieses die Seele baumeln lassen? Dann kommen Sie mit auf unsere neue 20-tägige Länderkombination Uruguay - Argentinien - Brasilien.

Highlights:
  • Kolonialstädte Colonia und Paraty
  • Metropolen Montevideo, Buenos Aires und Rio
  • Tierparadies Esteros de Iberá
  • Wasserfälle von Iguazú
  • Inselparadies Ilha Grande
 
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