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Vogelbeobachtungen auf Galápagos: Einzigartige Erlebnisse garantiert

Unser kleines Tierlexikon – Wissenswertes für Ihre Reise

Auf den Quadratkilometer gerechnet, weist Ecuador eine größere Biodiversität auf als jedes andere Land der Erde. Aber nicht nur die Dichte der dort vorkommenden Tiere ist ein Rekord … Etwa 1000 km westlich vom Festland Südamerikas gelegen, hat sich auf dem vulkanischen Archipel über Jahrtausende eine Flora und Fauna entwickelt, die weltweit einzigartig ist. Endemisch heißt es, wenn eine Tier- oder Pflanzenart nur in einem begrenzten Gebiet vorkommt. Und das ist auf Galápagos gleich mehrfach der Fall.

Der Wissenschaftler Charles Darwin hat die Inseln im 19. Jahrhundert besucht und unzählige Dokumentationen und Zeichnungen über alles, was da kreucht und fleucht angelegt. Noch heute sind es faszinierende Aufzeichnungen, bezaubernd in ihrer Genauigkeit und Detailliebe. Seine Beobachtungen auf Galápagos waren zudem wichtige Grundlage für darauf folgende biologisch-naturwissenschaftliche Erkenntnisse – wie die Anpassung aller Organismen an ihre Umwelt.

Ein Besuch auf den Galápagos-Inseln gehört wahrscheinlich zu den großartigsten Reise-Erfahrungen von Menschen, die sich für die Natur und für Tierbeobachtungen interessieren. Unvergessliche Begegnungen und Eindrücke sind auf dem Archipel garantiert. Riesenschildkröten, Seelöwen, Leguane – gemächlich wandern sie über die vulkanische Landschaft oder aalen sich am Strand. Besondere Aufmerksamkeit – weil sie auch nicht zu überhören sind – erfordern die unzähligen Vogelarten, die auf Galápagos ein Paarungs-, Nist- und Fress-Paradies gefunden haben.

Viele von ihnen sind endemisch: Darwin-Finken, die Lavamöwe oder die Galapagos-Taube.  In einem kleinen Tierlexikon stellen wir Ihnen die Vogelarten vor, die ganz typisch für Galápagos sind und über die wir Sie für Ihren Besuch schon ein wenig mit Wissen versorgen.

 

Blaufußtölpel: So attraktive Füße wie er hat wohl niemand

Der Blaufußtölpel ist ein interessanter und einzigartiger Bewohner der Inseln. Benannt wurde er nach seinen wirklich attraktiv blauen Füßen und seiner vermeintlichen Ungeschicklichkeit! Zu Unrecht, denn er ist richtig gut im Fliegen und Tauchen, was er für seinen Beutefang auch nutzt. An seinen blauen Füßen ist er natürlich sofort zu identifizieren.

Beobachtet werden kann der Blaufußtölpel beim Nisten und Füttern seiner Jungen an vielen Küsten der Inseln. Etwa 40.000 Exemplare der unter Schutz stehenden Tölpel leben auf dem Archipel. Die größten Kolonien gibt es auf der Insel Española und auf North Seymour. Aber auch auf Isabela, Fernandina, San Cristóbal und anderen ist er zu finden. Im Mai können Besucher auf Seymour Norte die Tiere bei der Balz beobachten. Und im Juli eignet sich vor allem die Insel Española, um die verschiedenen Nistphasen zu erleben.

Blaufußtölpel sind etwa so groß wie Gänse. Die Weibchen sind größer und schwerer als die Männchen und wiegen etwa zwischen 1 und 2 Kilo. Stolze 17 Jahre alt können die Fisch-Vertilger werden.

Auf Galápagos sind auch weitere Tölpel-Arten zu Hause. Nazca-Tölpel und Rotfußtölpel beispielsweise. Während der Nazca-Tölpel die größte Spezies ist, ist der Blaufußtölpel die kleinste. Er ist aber derjenige, der sich besonders geschickt anstellt, um Fische mitten in der Luft zu schnappen. Und auch sein Tanz beim Werben um ein Weibchen ist einen Applaus wert.

 

Darwinfinken: Vorzeige-Vögelchen für die Forschung

Charles Darwin forschte viel an den kleinen Darwinfinken auf Galápagos.Die Darwinfinken gehören – nicht nur weil sie besonders hübsch sind – zu den Repräsentanten der Galápagos-Inseln. Sie sind vor allem ein Aushängeschild für die Einzigartigkeit der Fauna und besonderes Forschungsobjekt von Charles Darwin und seine Evolutionstheorie gewesen. Anhand der Beobachtungen der verschiedenen Arten von Finken konnte er feststellen, dass diejenigen, die sich ihrem Lebensraum anpassen konnten, diejenigen sind, die größere Chancen haben zu überleben.

Die fünf verschiedenen Arten von Darwinfinken (Geospiza, Camarthynchus, Platyspiza, Certhidea, Pinaroloxis) unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Form und Größe ihres Schnabels sowie durch ihre unterschiedlichen Lebens-, und vor allem Ernährungsweisen. Auch im Gesang differenzieren sie sich.

Der Kaktus-Grundfink beispielsweise gehört zu den Geospiza. Er ist mit 15 cm Länge einer der großen Vertreter seiner Art und ist auf  Española, auf der Insel Wolf und auf Genovesa zu finden. Vor allem in den Monaten April und Mai sind die Vögel besonders gut zu beobachten. Ein stolzes Lebensalter von 20 Jahren können die kleinen Finken erreichen.

 

Galápagos-Albatros: Gleitflug-Experten mit einer Spannweite von 3 Metern

Der Galápagos-Albatros ist die einzige Art aus der Albatros-Familie, die in den Tropen vorkommt. Er brütet ausschließlich auf der Insel Española und bevorzugt eine Vulkanlandschaft mit Felsen und spärlicher VeGalápagos-Albatross im Flug.getation. Mit einer Flügel-Spannweite von bis zu 3 m ist er der größte Vogel des Archipels. Dank dieser effektiven Auslader rechts und links ist er ein exzellenter Gleitflug-Experte und kann Geschwindigkeiten von bis zu 90 km/h erreichen. Erstaunlich ist zudem, dass das durchschnittliche Lebensalter zwischen 40-45 Jahren liegt – einige sind sogar bis zu 80 Jahre alt geworden!

Besonders sehenswert ist die Balz- und Paarungszeit der großen Vögel. Dann, wenn nahezu die Gesamtpopulation (30.000) auf der Insel Española nur eines im Sinn hat … Im März erreichen die Vögel die Insel. April ist die beste Zeit, sie bei der Brautwerbung zu beobachten. Im Mai legen die Weibchen Eier. Dann beginnt die Aufzucht der Jungtiere. Hauptnahrung sind übrigens Fische, Krustentiere und Tintenfisch. Und im Dezember dann lernt der Nachwuchs das Fliegen. Auch das ist ein tolles Naturschauspiel. Die Ranger des Nationalparks Galápagos richten besondere Aufmerksamkeit auf die Galápagos-Albatrosse, denn die Art ist ernsthaft vom Aussterben bedroht.

 

Galápagosscharbe: Mit ihren Stummelflügeln kann diese Kormoranart nicht fliegen

Die Galápagosscharbe, auch Stummelkormoran genannt, lebt ausschließlich auf den Galápagosinseln Es ist die einzige Kormoranart, die ihre Flugfähigkeit eingebüßt hat. Diese Vögel sind ausschließlich auf den Inseln Fernandina und Isabela zu finden. Ihre Population beläuft sich auf rund 1.500 Exemplare. Besonders im Juli kann man ihre wunderschönen Balzrituale bewundern.Die Galapagosscharbe, Stummelkormoran, ist flugunfähig.

Wie bei Kormoranen arttypisch hat auch die Galapagosscharbe kräftige Beine, die ihr ausgezeichnet beim Schwimmen und Tauchen helfen, wenn sie nach Fischen, kleinen Tintenfischen und anderen Meerestieren jagt. Mit einer Größe von etwa einem Meter ist der Stummelkormoran der größte seiner Art. Auch er steht unter strengem Schutz und sein Fortbestand ist durch bestimmte Aufzuchtprogramme gesichert. Eine Maßnahme, die umso mehr an Wichtigkeit gewann, nachdem im Jahr 1983 die Hälfte der Population einging. Als Grund erkannte man das Wetter-Phänomen El Niño.

 

Fregattvogel: Der Pirat unter den Seevögeln

Piratenvogel! – den Namen muss sich der Fregattvogel wohl nicht ohne Grund gefallen lassen. Der Fischfresser mit den langen schmalen Flügeln (bis 2,40 m) und einem besonders leichten Knochenbau, schafft es doch tatsächlich, satt zu werden, ohne je selbst ins Wasser zu tauchen! Er plündert einfach fremde Nester oder stiehlt anderen Wasservögeln die Beute. Das gelingt ihmDer Fregattvogel auf Galápagos bläht seinen Kehlsack auf. ziemlich gut, weil er ein perfekter Flieger ist, der zudem schnelle, akrobatische Manöver einlegt, um die Beute direkt aus dem Schnabel zu ergattern. Von diesem Verhalten leitet sich auch der Name ab, der an die Überfälle von Fregatten anknüpfen soll.

In der Paarungszeit im Juni erleben Besucher eine einzigartige Show der Liebe – vor allem auf Seymour und Genovesa: In seinem Bemühen, ein Weibchen für sich zu gewinnen, blasen die Männchen ihren Kehlsack zu einem dicken roten  Ballon auf. Dazu führen sie einen Tanz auf und machen werbende Geräusche. Ein Schauspiel, das man nicht verpassen darf! Die Weibchen legen übrigens nur ein einziges Ei. Und die Jungvögel werden von ihrer Mutter gefüttert, bis sie 1,5 Jahre alt sind! Fregattvögel können bis zu 30 Jahre alt werden.

Noch einmal zu seinen außergewöhnlichen Flugkünsten: Fregattvögel können wochenlang in der Luft bleiben, ohne einmal zu landen. Sie schlafen sogar während des Fluges für einige Minuten. Sind sie an Land, gönnen sie sich aber gerne mal einen 10-stündigen Schlaf.

 

Galápagos-Pinguin: Der einzige Pinguin, der auf tropische Gefilde steht

Weniger als 1.000 Galápagos-Pinguine gibt es nur noch auf dem Archipel. Ihr Hauptwohnsitz ist die Insel Isabela und die ihr vorgelagerte Insel Fernandina. Außerdem gibt es einige Tiere auf Santa Cruz und Bartholomé. Dies ist die einzige Pinguin-Art, die an tropischen Gewässern in der nördlichen Hemisphäre brütet. Ihre Art ist starDer Galápagos-Pinguin ist die einzige Art, die in den Tropen lebt.k gefährdet. Die kleinen Pinguine haben – anders als in der Antarktis – nämlich nicht nur Feinde im Wasser, sondern auch an Land und in der Luft: Ratten, Schlangen, Katzen und Krabben, Sumpfohreulen und der Galápagos-Bussard. Im Wasser lauern Haie, Robben oder Seelöwen.

Galápagos-Pinguine werden rund 50 Zentimeter groß und wiegen zwischen 1,5 und 2,5 Kilogramm. Sie ernähren sich von kleinen Fischen wie Sardinen und einigen Krustentieren. Die Pinguine gehen nur tagsüber auf Beutefang. Sie können nicht lange unter Wasser bleiben – aber bis zu 15 m tief tauchen.

Wer die Galápagos-Inseln besucht, kann die possierlichen Tiere im klaren Wasser beim Schwimmen beobachten, wenn sie sich auf den Felsen ausruhen oder dort ihre Jungen versorgen.

14.09.2017Schlagwörter zu diesem Artikel

 
Ein Blaufußtölpel im Schutzgebiet Galápagos sitzt vor einem Stop-Schild.
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