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Rezension: Carla Federico – Der Traum von Rapa Nui

Der neue historische Roman von Carla Federico über die Osterinsel Rapa Nui ist ein Buch zum Wegträumen und Nachdenken

„Vor Hotu Matua hatte hier
der Wind sich eingerichtet.
Diese Insel war in Wahrheit das Herz
des Windes, der wahre Nabel
der Welt“

Dieses Zitat des großen chilenischen Dichters Pablo Neruda stellt die Autorin ihrer fesselnden Erzählung über eine Frau, die sich im 19. Jahrhundert in und auf Rapa Nui verliebt, voran. Sparsam an Worten, sagt es doch viel über den Schauplatz des Buches aus: Das Herz des Windes. Es ist die ewig von Winden heimgesuchte, unwirtliche Osterinsel, die Neruda in seinen Zeilen charakterisiert und die die Autorin Carla Federico alias Julia Kröhn in den Mittelpunkt ihres Romans „Der Traum von Rapa Nui“ rückt. Es ist ein historischer Roman, der vor allem Frauen ansprechen dürfte. Wenngleich er so viel Wissenswertes über das gebeutelte Eiland und seine Ureinwohner, die Rapa Nui, liefert, dass man ihm eine breitere Leserschaft wünscht.

Die Handlung beginnt 1886 in Chile am Llanquihué-See. Dort ist Katharina Steiner, 26 Jahre alt, Tochter von deutschen Auswanderern, zu Hause. Sie hat einen klaren Verstand, ist mutig, anpackend, hübsch (was sie nicht ahnt) und enttäuscht darüber, dass sie noch keinen Mann fürs Leben gefunden hat – so wie ihre Schwester. Aber Katharina ist auch ziemlich eigensinnig und abenteuerlustig. Denn anders ist es nicht zu erklären, dass sie zu einer wochenlangen, beschwerlichen Schiffs-Reise ins Ungewisse aufbricht, Familie, Bekanntes und das sichere Festland zurücklässt, um in etwa 4.000 km Entfernung aufs Geratewohl einen verwitweten Schaf-Farmer auf der Osterinsel zu heiraten und für dessen zwei Kinder zu sorgen. Nicht nur Katharina träumt sich ganz weit weg. Auch der Leser tut es.

Die Protagonistin muss auf diese beschwerliche Reise gehen. Denn sonst hätte sie Aaron Hayes, einen Missionar aus Papeete (Tahiti) nicht getroffen. Auch er ist auf dem Weg nach Rapa Nui, wie die Osterinsel in der Sprache der Einheimischen heißt. Katharina verliebt sich in ihn. Seine Klugheit, sein Beschützerinstinkt und die Tatsache, dass er ein unerreichbares Ziel ist – denn er hat sich geschworen, nie zu heiraten – machen ihn für Katharina interessant. Und eigentlich hätte die Geschichte auch hier enden können: Denn der Leser merkt schnell, dass auch Aaron sich in Katharina verliebt … aber sie geht eben weiter, auf 644 Seiten! Denn die Autorin hat noch lange nicht alles gesagt, was sie über die entlegenste und einsamste Insel der Welt und ihre tragische Geschichte sagen möchte. Die Geheimnisse Rapa Nuis haben Carla Federico, die bereits mit ihrer Chile-Trilogie Bestseller schrieb, fasziniert. Zugleich stellte sie fest, dass sich kaum ein Buch dem Schicksal der Rapa Nui – also den Menschen – widmet. Und so macht sie sich ans Werk: Stellt das schwere Los der Ureinwohner dar, die unter Sklavenjägern, Krankheiten und Ausbeutung durch Schaffarmer litten – und fast ausgerottet wurden. Carla Federico gelingt – versteckt hinter einer schönen Liebesgeschichte – ein eindringlicher Appell: gegen Ausbeutung, Unterdrückung, Zerstörung und dagegen, Anderes nicht anders sein lassen zu können.

Dieses „Anderssein“ wird in dem Buch in der Gestalt von Tane verkörpert, ein aus der Sklaverei befreiter Rapa Nui. Er ist der unberechenbare Faktor in der ganzen Geschichte, deren Ausgang trotzdem so ist, wie man ihn sich für Katharina erhoffb…

Die Osterinsel

Die Osterinsel liegt isoliert im Südostpazifik. Politisch gehört sie zu Chile, geographisch zu Polynesien. Zwischen dem Hauptort Hanga Roa und dem chilenischen Festland liegen mehr als 3.500 km. Laut Wikipedia lebten im Jahr 2012 auf der Osterinsel 5.806 Menschen. Auch wenn ein warmes Klima herrscht – die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 21° C –, dominieren die starken Winde, denen die Vegetation nicht viel gegenzusetzen hat.

Was hat die Osterinsel mit Ostern zu tun? Die Insel erhielt ihren Namen, weil ein niederländischer Seefahrer sie an einem Ostersonntag als erster Europäer entdeckte und sie so genannt hat. Am 5. April 1722 staunte der Seemann Jakob Roggeveen nicht schlecht, als er auf die Insel zusteuerte. Dort standen und stehen riesige Statuen aus Stein – die Moai. Das bedeutet in der Sprache der Rapa Nui so viel wie Steinfigur. Vor allem wegen dieser kolossalen Skulpturen, die vor etwa 1.500 Jahren entstanden, ist die Insel bekannt. Welchem Zweck sie genau dienten und wie es gelang, sie mit primitiven Mitteln herzustellen, ist bis heute ungeklärt. Die meisten von ihnen säumen die Küstenabschnitte mit dem Rücken zum Meer. Man geht davon aus, dass sie Teil einer Zeremonienanlage waren. Viele der massiven Figuren sind umgestürzt. Andere fehlen. Ursprünglich müssen es etwa 1.000 gewesen sein. Katalogisiert sind über 600. Seit 1995 ist die Osterinsel als Nationalpark Rapa Nui Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Carla Federico
Der Traum von Rapa Nui
ISBN 978 3 426 50853 4
656 Seiten, 9,99 €
Knaur Taschenbuch

15.12.2014Schlagwörter zu diesem Artikel

 
Buchcover "Der Traum von Rapa Nui" von Carla Federico
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