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Reisebericht: Nicaragua mit dem Mietwagen

Hallo Frau von Schiller,

als erstes möchten wir uns dafür entschuldigen, dass Sie auf unseren Reisebericht so lange warten mussten. Aber wie das immer so ist, wenn man nach dem Urlaub direkt wieder arbeiten muss, hat man kaum Zeit den schönen Urlaub erst mal sacken zu lassen. Nun kommen wir endlich dazu und nachstehend geben wir Ihnen ein Feedback zu unserer Nicaragua-Tour.

Hinflug:

Von Berlin nach Madrid alles einwandfrei. Ab Madrid hatten wir nur eine kleine Hürde zu nehmen, insofern, dass wir uns natürlich anhand des Tickets ausgewiesenen Orts (El Salvador) orientiert haben. Tatsächlich ist aber der Ort des „Technical Stops“ an den Anzeigentafeln vermerkt. In diesem Fall Guatemala. Das muss man erst mal wissen. Aber man hat ja einen Mund zum Fragen und kann sich erkundigen.

Lediglich die Tatsache, dass wir lt. Ticket nur 40 Minuten für den Wechsel des Terminals in Madrid hatten, sorgte für sportliche Betätigung. Am richtigen Gate angekommen hatte dann der Hauptflug Madrid – Guatemala / El Salvador zwei Stunden Verspätung. (Iberia)

Zum Flug selbst von Madrid nach Guatemala sei erwähnt, dass der Service der Stewardessen wirklich einer der schlimmsten war, den ich je erlebt habe. Die Stewardessen waren in der Tat die Unfreundlichkeit in Person. Kein Lächeln, Essen und Trinken in einem Mördertempo, hektisches Gehabe allein schon bei der Getränkebestellung. Wenn man nicht seinen Wunsch im Tempo eines kaputten Diktiergerätes geäußert hat, wurde man direkt mit einer Handgeste zum Zeichen der Beschleunigung aufgefordert schneller zu sprechen. Nun ja auch dieser Flug ging vorbei.

Spannend wurde es noch mal in El Salvador. Durch die zweistündige Verspätung wussten wir nicht, ob wir noch einen Anschlussflieger nach Managua erhalten werden. Natürlich haben wir nicht. Es war ein wenig Chaos am Flughafen und wir stellten fest, dass wir sprachlich dann doch an unsere Grenzen stießen. Aber alles halb so wild. Zum Glück hatten wir ja unsere Reisebekanntschaft und die Dame saß mit uns in derselben Situation, sprach etwas mehr Spanisch und somit ging es zackig weiter in Form eines ausgehändigten Übernachtungs-Gutscheins von Iberia, zügige Abwicklung der einheimischen Bürokratie – direkt zum Shuttlebus und ab zum Hotel.
Nach einem guten Abendbuffet im Hotel und einer nach dem langen Flug erholsamen Nacht mal in der horizontalen Position, standen wir gestärkt um 6:10 Uhr am Flughafen und um 8:00 Uhr ging unser Flieger nach Managua.

Kommen wir nun zu Nicaragua:

Ab Flughafen Managua verlief alles unkompliziert und nach Plan. Hier auch unseren herzlichen Dank an die gute Organisation und an Gabriel (unser Guide vom Flughafen), der uns gut eingewiesen hat und auch bei der Anmietung/Abholung des Wagens eine super Hilfe war. Wir erhielten unseren Leihwagen. Ein schöner Pick-up, mit dem es wirklich Spaß gemacht hat zu fahren.

Zusätzlich haben wir noch ein GPS-Gerät dazugemietet. Hat auch wunderbar funktioniert. An den Stellen wo das GPS ausgesetzt hat (in den Bergen im Tropenwald) helfen auf dem Weg die Hinweisschilder zu den Unterkünften. Wir haben alles gefunden, aber auch das Fragen war nie ein Problem.

Erste Station: Matagalpa / Regenwald / Kaffeeplantage –Unterkunft „La Sombra Ecolodge“: Freundlicher Empfang und der Gastgeber Ernesto sehr zuvorkommend und hilfsbereit. Aufgrund unserer begrenzten sprachlichen Fähigkeiten in Spanisch hat er alles sehr ruhig und langsam erklärt. Auch wenn wir keine Fragen direkt stellen konnten, so konnten wir ihn doch sehr gut verstehen und begreifen, worum es ging. Unterkunft wirklich eine Augenweide, Essen (einheimisch) hervorragend und die Tour mit dem Betriebseigenen LKW zur Kaffeeplantage war wirklich ein Erlebnis und hatten die Möglichkeit, den Alltag auf der Plantage etwas mitzuerleben.

Dadurch dass es im Regenwald, welcher höher gelegen ist, doch zu der Jahreszeit im Dezember recht frisch sein kann, empfiehlt es sich Pullover mitzunehmen. Gerade durch den Regen ergibt es eine feuchte Frische tagsüber. Im Regenwald selbst merkt man erstaunlicherweise den Regen kaum und es ist recht warm, so dass man Regenjacke und Pullover ausziehen und im T-Shirt den Wald erkunden kann.

Nächste Station: Léon – Unterkunft „Posada del Doctor“: Hier sei gesagt, dass man auf das GPS in der Stadt verzichten kann, da es immer nur einen Satz von sich gibt: „Die Route wird neu berechnet.“ Es ist schon witzig in der Stadt Léon zu fahren, da nicht alle Einbahnstraßen als solche auch gekennzeichnet sind und man das Gefühl bekommt, man müsste es wissen oder damit aufgewachsen sein, um richtig in die Straßen zu fahren. Aber nachdem wir gefühlte zehnmal um den Park Central gefahren sind, haben wir dann doch noch unser Hotel gefunden.

Ein wirklich sehr schnuckelig angelegtes Hotel in der Stadt. Sehr nette zuvorkommende Menschen, die sich sehr viel Mühe geben einem den Kaffee mit viel Liebe zuzubereiten. Zum Verweilen zwischendurch, bevor man wieder die Stadt unsicher macht, laden die Schildkröten im Garten zum Beobachten ein.

Léon selbst kann man gut zu Fuß selbst erkunden, da es von der Größe her ein überschaubarer Ort ist.

Trotzdem haben wir am Ankunftstag uns ein Fahrradtaxi genommen, um uns zu einem Restaurant fahren zu lassen. Es war witzig und die Kids hatten sich das Fahrgeld schon deshalb verdient, weil sie uns ein wirklich tolles Restaurant ausgesucht hatten. Das Restaurant „Via Via“ ist sehr gut und empfehlenswert.
In Leon hatten wir dann auch Besuch von unserem ortansässigen Reiseveranstalter und buchten uns für den nächsten Tag eine Vulkantour. Die Vulkan-Tour zum „Cerro Negro“ ist empfehlenswert. Stunden den Vulkan rauf wandern und anschließend fünf Minuten Spaß um mit dem Ash-Board auf der Asche des Vulkans runter zu rutschen. Wäre der Weg nicht so beschwerlich, hätte ich den ganzen Tag damit verbringen können den Vulkan runter zu rutschen. Das macht wirklich Laune. Der Weg hoch allerdings nicht so. Wobei das meine ganz persönliche Meinung ist. Mit Raucherlunge, etwas Übergewicht, gute Steigung und starkem Wind, ist das zwischendurch kein Spaß. Es geht schon wirklich arg steil nach oben. Aber für Menschen, die gerne Sport treiben, kein Problem. Auch wenn es anstrengend war, so war es doch ein einmaliges Erlebnis.

In Léon hat man die Möglichkeit seine Wäsche für kleines Geld waschen und trocknen zu lassen. Bietet sich gerade nach der Vulkan-Tour sehr an, da die Klamotten voll Aschestaub sind.

Weiter ging es von Léon nach Chinandega / Vulkan Cosigüina – Unterkunft „Hostal Hato Nuevo“: Hier fallen uns direkt Schlagworte wie: Bezaubernd, Herzlichkeit, Wunderschön und Genuss ein. Der absolut schönste und angenehmste Aufenthaltsort der ganzen Reise. Bei Ankunft stand der Gastgeber Marianno direkt am Eingang und hat uns herzlich empfangen – und wir fühlten uns gleich wie bei Freunden. Dann der Ausblick in den Trockenwald von der Lodge, die einen dazu einlädt sich in die Hängematte zu legen und die Seele einfach baumeln zu lassen.

Sicherlich hat es auch dazu beigetragen, dass der Gastgeber englisch spricht. So haben wir unsere Abende mit ihm und noch zwei weiteren Gästen sehr genossen. Wie schon erwähnt, wir haben das Gefühl bekommen bei Freunden zu sein. Das hat sich dadurch geäußert, dass wir z. B. immer gefragt worden sind, was wir essen wollen. Eine Speisekarte gab es nicht, haben wir auch nicht vermisst, so ist es viel schöner. Oder das der Gastgeber nachmittags mit einem selbstkreierten Cocktail zu uns kam. Oder von der Köchin den selbstgemachten „Jamaica“ angepriesen wurde – ein landestypisches
Getränk aus den Jamaica-Blüten, geschmacklich eine Mischung aus Hibiskus und Hagebutte – als Eistee – sehr lecker und erfrischend. So einen guten Jamaica haben wir in unserem ganzen weiteren Urlaub nicht mehr erhalten. Die Köchin muss gesondert erwähnt werden, wirklich herausragend gut. Wären wir länger geblieben, wir hätten sicherlich immens zugenommen. Zusammenfassend kann man sagen, ein Besuch bei Marianno sollte nicht fehlen. Nur der Abschied fiel etwas schwer.

Weiter ging es zur Laguna de Apoyo – Unterkunft „Posada Ecológica la Abuela“
Die Laguna del Apoyo (was würziges Wasser bedeutet) ist wirklich landschaftlich sehr schön. Auch hier wieder eine reiche Flora und Fauna am Krater. Der Kratersee besticht durch seine Farbe und lädt direkt zum Schwimmen ein. Die gewählte Unterkunft ist eine sehr schön angelegte Anlage am Kratersee welche auch von den Einheimischen gerne besucht wird.

Weiter geht es nach Granada – Unterkunft “Casa San Martin“: Willkommen in Granada, eine sehr schöne Stadt und überaschenderweise haben wir mit dem Auto auch direkt das Hotel gefunden. Sehr zentral gelegen. Das Zimmer wirklich sehr schön, gefühlt ein umgebauter Stall ohne Fenster. Nur die große Holztür erinnert einen daran, dass es dort nach draußen gehen würde, wäre da kein Schloss angebracht. Es ist wirklich interessant, wie die Gästezimmer von Ort zu Ort anders gestaltet sind. Aber auch hier, ist der Gastgeber wieder besonders zu erwähnen: Jerome ein großer, starker, beleibter Mann der die Kunst des Tae kwon do beherrscht, gibt einem als Gast nicht nur die Sicherheit im Hotel, sondern trägt seinen angenehmen Teil zur Unterhaltung bei. Jetzt kennen wir sogar einen neuen Kartentrick, den wir unseren Freunden vorführen können. In Granada selbst haben wir natürlich die Kutschfahrt gemacht und hatten auch hierbei einen jungen Mann als Kutscher, der sehr bemüht war die Sehenswürdigkeiten der Tour im ruhigen Spanisch zu erklären und man staune, wir haben fast alles verstanden. Der Markt ist sehenswert und in der Stadt selbst kann man auch sehr gut shoppen.
Leider mussten wir in Granada den Leihwagen wieder abgeben, da dieser für unsere weitere Tour nicht mehr benötigt wurde. Wir haben die selbstständigen Fahrten durch das Land von Ort zu Ort mit dem Auto sehr genossen und können es jedem empfehlen.

Mit dem Shuttleservice geht es nun zur Fähre und wir schippern im Nicaragua See nach Ometepe – Unterkunft „Villa Paraiso“: Auch hier können wir sagen, dass es wirklich ein sehr schöner Ort ist, um sich zu erholen. Das Restaurant wirklich sehr gut zu adäquaten Konditionen. Ein einziger kleiner Nachteil ist hier zu vermerken: Dadurch das das Restaurant des Villa Paraiso wirklich sehr gut ist, ist es auch sehr gut besucht. Sei es von Tagesgästen- Gruppen, die dort Station machen oder Einheimischen und Hotelgästen. Es ist immer viel los tagsüber im Hotel.

Die Vögel eine Art blauer Kakadu sind diebisch und leisten einem morgens beim Frühstück gerne Gesellschaft in der Hoffnung, das ein oder andere Brötchen abzustauben. Empfehlenswert zum fotografieren.

Weiter ging es nun zu unserer letzten Station dem Pazifik – Unterkunft „Punte Teonoste Nature Lodges & Beach Spa“: Die Fahrt dorthin mit unserem Shuttleservice ist schon erstaunlich. Nicht alle Straßen sind mit Asphalt ausgebaut. Gerade die Straße zu unserem Hotel am Pazifik lässt nicht vermuten, dass es irgendwann ein Hotel gibt, welches auch noch schön und edel ist. Nach 40 Km Huckelpiste kommt man an ein bewachtes Tor. Der Fahrer darf nach Rücksprache mit dem Wachpersonal passieren und man Fährt auf ein Palmendach zu.

Wenn man durch den Eingang des Hauptgebäudes in das Innere kommt, so wird man spätestens hier mit einem Ausblick belohnt, den man während der Fahrt nicht zu hoffen gewagt hat.

Die ganze Anlage ist architektonisch sehr geschmackvoll gestaltet und mit den zur Verfügung stehenden Naturbaustoffen gebaut. Die ganze Anlage ist rund und mit einem riesigen Palmendach gedeckt. Auch die Gästehäuser bzw. Villen, welche aus runden massiv gebauten Hütten bestehen, ebenfalls mit Palmendach, sind sehr geschmackvoll eingerichtet und spiegelt die Natur durch verwendete Hölzer wieder. Besonders erwähnt ist das Badezimmer, welches aus einer kleinen Gartenanlage besteht mit Naturdusche. Selbstverständlich Sichtgeschützt durch eine zwei Meter hohe Natursteinmauer, welche zum Haus gehört. Hier kann man ganz sicher 6 Tage verbringen und von mir aus auch noch länger. Der breite und lange Sandstrand gehört einem gefühlt allein und lädt zu ausgiebigen Spaziergängen ein, bei denen man auf Muschelsuche gehen kann. Wobei, lange nach Muscheln braucht man hier nicht zu suchen. Es werden jeden Tag zahlreiche Muscheln an den Strand gespült.

Nach der Woche Pazifik, die viel zu schnell rum ging, ging es wieder zurück nach Managua. Dort gab es noch eine letzte Übernachtung, bevor am folgenden Tag leider schon die Heimreise anstand. Unseren letzten Abend verbrachten wir dann noch im Baseballstadion von Managua. Die Nica’s sind Baseballverrückt und so war auch die Stimmung. Ein absolutes Volksfest. Was da alles an Essen und Getränken angeboten wurde, sollte man mal erlebt haben und war ein toller Abschluss.

Fazit unseres Urlaubs:

Es war eine hervorragende Organisation im Vorfeld von Ihrer Seite und auch vor Ort wurden wir wirklich gut betreut. Unaufdringlich, freundlich und man wusste, sollte wirklich etwas sein, so kann man jederzeit jemanden erreichen, der einem hilft. Das ist ein beruhigendes Gefühl. Das Land selbst haben wir als ein sehr sicheres Reiseziel vor Ort empfunden. Laut Statistik ist Nicaragua das zweitärmste Land der Welt. Aber wir haben keine hungernden Menschen gesehen und waren sicherlich auch mal in der ein oder anderen Ecke unterwegs, in der Touristen sich so nicht verlaufen. Was aber für das Land spricht.

Kriminalität gibt es sicherlich auch in Nicaragua, wenn man allerdings ein Auge auf seine Sachen hat und nichts provoziert, passiert auch nichts. Im Vergleich zu anderen Reisezielen, würde ich behaupten, dass Nicaragua ein sehr sicheres Reiseland ist. Wir haben die Menschen als hilfsbereit und freundlich, trotz Sprachbarriere kennen gelernt und viel Spaß gehabt.
Ganz sicher werden wir auf jeden Fall noch einmal nach Nicaragua zurückkehren.

Wir danken allen, die an der Organisation und aber auch all unseren Gastgebern vor Ort, die uns den Urlaub zu einem unvergesslichen Erlebnis werden ließen.

01.03.2012Schlagwörter zu diesem Artikel

 
Vulkan in Nicaragua
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Mietwagenrundreise Höhepunkte Nicaragua

Ometepe, Granada, Matagalpa, León, Vulkan Cosigüina, Salinas Grandes

Eine außergewöhnliche Reise in ein außergewöhnliches Land. Lange Zeit auf der touristischen Landkarte gar nicht verzeichnet, gilt Nicaragua zunehmend als Geheimtipp unter Entdeckern. Zu Recht, denn das mittelamerikanische Land besitzt nicht nur atemberaubende vulkanische Landschaften und ursprüngliche tropische Wälder, sondern empfängt den Besucher auch mit einer selten erlebten Herzlichkeit.

Highlights:
  • Managua
  • Ometepe
  • Bootstour zu den Isletas de Granada
  • La Sombra Ecolodge im Bergnebelwald
  • Schlammkrater Los Hervidores
  • Kolonialstädtedt León und Granada
  • Strandurlaub bei Salinas Grandes
  • Wanderungen; Reitausflug optional
  • Vulkane Maderas, Concepción, Cerro Negro, Cosigüina
 
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