América Andina - 20 Jahre Reisen in Lateinamerika
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Ohne Weizen durch die Fastenzeit

Oder: Welche Grundnahrungsmittel gibt es eigentlich in Lateinamerika?

Da ist sie wieder, die einerseits herbeigesehnte – andererseits unerwünschte Fastenzeit! Herbeigesehnt deshalb, weil dieser feste, begrenzte Rahmen für viele Menschen die wirkungsvollste Form ist, etwas umzusetzen, was ihnen das ganze restliche Jahr über nicht machbar scheint. Und unerwünscht, weil der gewohnte Trott doch so schön ist und es so schwer fällt, ihn aufzugeben.

Dieses Jahr – habe ich mir überlegt – werde ich in den 7 Wochen bis Ostern auf Weizenmehlprodukte verzichten. Ich muss dazu sagen, dass Brötchen und Brot in allen Formen und Farben mein tägliches, äh, Brot sind. Ich hätte kein Problem, zum Frühstück einen Schoko-Nuss-Aufstrich-Toast zu futtern, zwischendurch als Snack ein Hafer-Mandel-Stütchen von meinem Lieblings-Bio-Bäcker, zum Mittagessen ein herrlich belegtes Sandwich mit Salatgarnitur zu genießen und am Abendbrottisch dann die gute Käse-Stulle … Hätte, habe ich gesagt! Denn das mache ich so nicht. Zu einseitig, zu kalorienreich … Und dann das ganze Weißmehl! Auch wenn regelmäßig Vollkornbrot oder –toast dabei ist, steckt in den meisten Brot- und Brötchensorten, die ich so esse, Weizenmehl. Kein Wunder: Denn Weizen ist zusammen mit Mais und Reis das meistangebaute Getreide der Welt und für Menschen in vielen Ländern als Brotgetreide ein Grundnahrungsmittel. Darauf zu verzichten ist daher wohl für die meisten ein erheblicher Einschnitt in die Ernährung – selbst für uns im reichen Europa, die sich diesen Gedanken überhaupt erlauben können …

Übrigens sind Weizenmehl-Produkte in Lateinamerika längst nicht so gängig wie hierzulande. Andere Länder, andere Sitten, auch bei der Ernährung: Welche Grundnahrungsmittel in unserer Lieblingsweltregion wichtig sind – also den mengenmäßigen Hauptbestandteil der Ernährung des Menschen ausmachen – erkläre ich weiter unten im Text. Aber ich kann schon verraten, dass dieser Blick über den Tellerrand für mein ganz persönliches Fasten-Vorhaben durchaus hilfreich ist.

Bis Ostern Brot und Brötchen selber backen

Ich werde bis Ostern Brot und Brötchen selber backen und veröffentliche die leckersten Rezepte hier bei uns im Blog. Vorab muss ich klarstellen: Eine Allergie gegen Weizenprodukte oder Eiweiß-Bestandteile des Getreides habe ich nicht! Insofern prüfen Sie bitte selbst, ob alle Zutaten meiner Rezepte auch für Sie gesundheitlich unbedenklich sind. Alternativen zu Weizen können z. B. Roggen, Buchweizen, Gerste oder Hafer sein. Auch Mehl aus Reis, Mais, Maronen, Soja oder Amaranth ist möglich. Maisstärke kann man zum Andicken und Binden von Soßen verwenden.

Neben Brot und Brötchen streiche ich vorerst auch folgende Produkte, um den Weizenmehl aus dem Weg zu gehen: Pfannkuchen, Waffeln, Kekse, Kuchen, Zwieback und panierte Speisen.

Im Internet gibt es längst eine stattliche Community, die sich massiv gegen den Verzehr von Weizen und sogar von jeglichem Getreide ausspricht. In „5 Gründe, kein Getreide zu essen“ ist z. B. von „Anti-Nährstoffen“ die Rede, die dem „Verdauungstrakt schaden und weiterführende, schwere Erkrankungen“ verursachen können. Milch und Weizen werden andernorts als „Volksdrogen“ bezeichnet, die „Suchtpotential bergen“. Und weitere Gegner der modernen Getreidewirtschaft machen Weizen „verantwortlich für die Verfettung der westlichen Gesellschaft und für die umgreifenden degenerativen Krankheiten wie Diabetes, Darmkrankheiten, Herzkrankheiten, Hautkrankheiten, Arthritis, Depressionen und Demenz, welche auf weizen- bzw. glutenbedingtes Bauchfett zurückgeführt werden können“ Das klingt ja alles dramatisch! Aber selbst, wenn man Getreide für nicht ganz so gefährlich hält, lohnt sich der Versuch, das Weizenmehl einmal wegzulassen.

Die „Latino-Diät“

Schauen wir also, wie es die Latinos mit den Grundnahrungsmitteln halten und was dort gerne als Sattmacher und Energielieferant gegessen wird. Grundnahrungsmittel haben übrigens der Definition nach die Aufgabe, die tägliche Versorgung mit Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett sicher zu stellen. Für Vitamine, Spurenelemente und andere gesunde Dinge sind sie nicht zuständig. Welche Grundnahrungsmittel wo konsumiert werden, ist zunächst einmal abhängig von kulturellen, klimatischen und wirtschaftlichen Faktoren. Es gibt eigentlich kein Nahrungsmittel, das weltweit den überwiegenden Teil der Bevölkerung ernährt. Während Reis bekanntlich das traditionelle Hauptnahrungsmittel der chinesischen, japanischen sowie der koreanischen Küche ist, setzen die Menschen in anderen Gebieten Asiens und in Afrika bevorzugt auf verschiedene Hirsearten. In Mexiko dürfen Mais bzw. Maismehl in keiner Küche fehlen. Man denke nur an all die leckeren Tortillas … Aber Mais wird heute weltweit angebaut und ist auch in vielen anderen Ländern ein echtes Grundnahrungsmittel geworden, vor allem in afrikanischen.

Amaranth: Nahrungsmittel der Azteken, Maya und Inka

In den Höhenlagen der Anden gedeiht kein Mais. Quinoa aber sehr wohl. Es stammt aus Südamerika, wo es schon vor 6.000 Jahren gemeinsam mit Amarant als Hauptnahrungsmittel in mehr als 4.000 m Höhe angebaut wurde.

Schon die Azteken, Inka und Maya ernährten sich hauptsächlich von Amaranth. Eine gute Wahl – viel besser zumindest als der Reis, der durchs Schleifen nicht nur seine braune Färbung verliert, sondern auch fast alle Vitamine und Mineralstoffe. Dieser weiße Reis führt in weiten Teilen der armen Bevölkerung Asiens zu Mangelkrankheiten. Amaranth hingegen hat einen weit höheren Eiweiß- und Mineralstoffgehalt als die weltweit traditionell angebauten Getreidesorten. Kohlenhydrate und Ballaststoffe sind in gleich hohen Mengen vorhanden.

Ein weiteres Grundnahrungsmittel der Andenländer ist die Kartoffel. Ursprünglich soll sie aus dem Hochland zwischen Peru und Bolivien stammen. Aber auch in Europa hat sie längst gewurzelt und ist aus der heimischen Küche nicht mehr wegzudenken. Folgende herrliche Geschichte lernen schon Kinder in der Grundschule: Friedrich der Große sorgte in Preußen für die Verbreitung der Kartoffel, indem er die Kartoffeläcker absichtlich schlecht bewachen ließ, um so die neugierige und Hunger leidende Landbevölkerung zum Stehlen der neuartigen Feldfrüchte zu animieren. Denn Obst und Gemüse waren für die Normalsterblichen nahezu unerreichbar. Die Kartoffel konnte die oft eintönige Getreidekost ersetzen und zugleich Vitamine liefern! Noch heute legen Verehrer Friedrich des Großen Kartoffeln auf sein Grab am Schloss Sanssouci.

Die Süßkartoffel verdient ihren Namen zu Recht

In Mittelamerika wird gerne Batate (Süßkartoffel) gegessen. Dort ist sie auch beheimatet. In der lateinamerikanischen Küche ist die Süßkartoffel ein fester Bestandteil. Ihren Namen trägt sie übrigens sehr zu Recht: Pro 100 Gramm hat sie 86 Kilokalorien, 0 g Fett, 20 g Kohlenhydrate und 4,2 g Zucker! Zum Vergleich die herkömmliche Kartoffel: 77 Kilokalorien, 0 g Fett, 17 g Kohlenhydrate und nur 0,8 g Zucker! Freigelassene afrikanische Sklaven brachten sie nach Afrika und von dort in andere Teile der Welt. Heute wird Batate in fast allen wärmeren Ländern rund um den Äquator angebaut und gegessen. Erstaunlicherweise ist jedoch China der größte Süßkartoffel-Lieferant.

Auch Maniok gehört zu den Grundnahrungsmitteln in Lateinamerika. Die Ureinwohner Südamerikas waren es, die die stärkehaltigen Wurzelknollen zuerst kultiviert haben. Auch heute noch ist Maniok eine wichtige Ernährungsgrundlage in Brasilien. Unter dem Namen Mandioca gibt es die Pflanze in Brasilien, Argentinien und Paraguay. Auch, wer Cassava oder Kassave sagt, meint Maniok. Und im spanischsprachigen Lateinamerika sagt man auch Yuca – was aber rein gar nichts mit der in Mittelamerika beheimateten Yuccapalme zu tun hat! Die schreibt sich mit zwei c, und ist außerdem gar keine Palme, sondern ein Spargelgewächs. Das man aber wiederum nicht essen kann …

20.02.2015Schlagwörter zu diesem Artikel

 
Zutaten zum Backen ohne Weizen
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Gruppenreise Maya durch Mexiko, Belize und Guatemala

Höhepunkte im Land der Maya

Auf dieser Rundreise tauchen wir ein in die faszinierende Welt der Maya, wie sie in Mexiko, Belize und Guatemala noch zu finden ist. Tulum und Tikal, Uxmal, Chichén Itzá, Yaxchilán und Palenque sind steinerne Zeugen ihrer hochstehenden Kultur und geben noch viele Rätsel auf.

Highlights:
  • Alle wichtigen Maya-Stätten in Yukatan, Belize und Guatemala
  • Kolonialstädte Campeche un Mérida
  • Strandurlaub an der Riviera Maya (optional)
 
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