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Meerschweinchen: In Peru ein ganz normales Gericht

Wissenswertes – Hintergründe – Zubereitung

Bevor Sie sich in diesen Bericht vertiefen, eine Anmerkung vorweg: Ich liebe Meerschweinchen. Meine Kinder haben zwei bei uns Zuhause. Wir füttern sie, streicheln sie, tragen sie herum und machen den Käfig sauber – ICH WÜRDE SIE NIE ESSEN!

Fritzi mit dem Meerschweinchen Fifi am Tisch - sie liest, das Meeri bekommt Gurke.
Das Meerschweinchen als Haustier. Hierzulande ist es ein kleiner Kamerad, den man lieb hat, füttert und streichelt …

Aber in Lateinamerika – speziell in Peru – ist Cuy ein ganz normales Gericht! Weil die Peruaner – 32 Millionen sind es – sogar 65 Millionen Meerschweinchen pro Jahr verspeisen, dachte ich mir, das ist mal ein Thema für unseren Blog.* Denn auch unsere Reisenden werden immer wieder Speisekarten vor sich haben, auf denen gebratene Cuy angeboten werden. Oder sie werden an Straßen-Küchen vorbei kommen, wo die kleinen Nager gebrutzelt werden. Ein befremdliches – ich persönlich finde sogar abschreckendes – Bild. Aber nun, andere Länder, andere Sitten.

Das Verhältnis der Menschen in den Andenländern zu Meerschweinchen ist ein gänzlich anderes als bei uns. Bei uns sind es ausschließlich Haustiere. Dort sind es Nutztiere. das muss man sich immer wieder vor Augen führen.

Kinder von der Volksgruppe der Otavaleños mit einem gebackenem Cuy (Meerschweinchen)
Kinder von der Volksgruppe der Otavaleños mit einem gebackenem Cuy (Meerschweinchen).

Unter Cuy oder Riesenmeerschweinchen werden besonders große Exemplare des Hausmeerschweinchens verstanden. Die Tiere werden als  Masttiere gehalten und wiegen zwischen zwei und drei Kilo. Zum Vergleich: Unsere Hausmeerschweinchen schaffen es bei reichhaltiger Ernährung auch mal auf etwa 1,5 Kilo. Ausgewachsene Cuys sind etwa 30 cm lang. Eine Ausnahme bilden die so genannten Cobayos, die sogar eine Körperlänge von 50 cm und ein Gewicht von 4 Kilo erreichen können. In der Regel bringen die verzehrten Meerschweinchen in Peru aber nur 500 bis 600 Gramm auf die Waage.

Auf der Speisekarte stehen Meerschweinchen in der Andenregion in Peru, Bolivien, Ecuador und Kolumbien. Sie sind an die Höhe gewöhnt und stellen als Nutztiere nur geringe Anforderungen, so dass Kleinbauern sie in Ställen oder sogar im Haus halten. Mit Küchenabfällen gefüttert, dienen die Meerschweinchen vor allem der armen Bevölkerung als preiswerter und wichtiger Fleischlieferant. Es ist eine eiweißreiche Alltagsspeise, die vom Geschmack her an Kaninchen erinnern soll. Aber auch in Restaurants in den Städten findet man Meerschweinchen auf der Speisekarte. Nachweislich werden Meerschweinchen in Lateinamerika etwa seit 900 v. Chr. gegessen.

Wilde Meerschweinchen leben in den vor allem von Gras bewachsenen Ebenen in den Anden und auch in den Gebirgsregionen auf etwa 4.000 m Höhe. Nur im Regenwald kommen sie nicht vor.

Und woher kommt der Name Meerschweinchen? Man vermutet, dass er entstand, weil spanische Seefahrer die Tiere übers Meer nach Europa brachten und das Quieken an unsere Hausschweine erinnert. Auch soll der rundliche Körper an Schweine erinnern.

*Ein Vergleich: Wir Deutschen essen pro Jahr 41 Mio Kaninchen. Das sind im Schnitt 0,5 Kaninchen pro Einwohner pro Jahr. Vor allem werden sie zu Ostern verspeist.

Meerschweinchen-Gerichte

In Peru hat jede Andenregion eigene Rezepte für Meerschweinchen-Gerichte. So wird es in Cusco – ähnlich wie Spanferkel – dunkelbraun gegrillt.

Für Cuy chactado (typisch für Region Arequipa) wird das Meerschwein ausgenommen und im Ganzen zubereitet – ähnlich wie ein Hühnchen. Das Fleisch wird zunächst mit Gewürzen eingerieben und muss dann ein paar Stunden ziehen. Cayennepfeffer ist das wichtigste Gewürz. Dann wird es in der Pfanne gebraten. Zu Cuy werden Kartoffeln und eine Sauce namens Salsa criolla serviert. Es ist üblich, das ganze Tier auf dem Teller anzurichten – inklusive Kopf.

07.08.2018Schlagwörter zu diesem Artikel

 
Das Meerschweinchen als Haustier.

 


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