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Eine gute Reise – dank der Volksheiligen Argentiniens

Die Legenden von Difunta Correa und Gauchito Gil

Latinos haben immer ein Eckchen im Herzen frei für Frömmigkeit und alte Legenden. In Argentinien zum Beispiel huldigen die Menschen der Difunta Correa und dem Gauchito Gil. Ihre Verehrung beruht auf dem Volksglauben und ist kirchlich nicht anerkannt. Doch das kümmert die Argentinier wenig …

Jeder, der auf Reisen geht, braucht auch ein wenig Glück, um heil anzukommen. Das wissen nicht nur die Argentinier, sie haben aber eine gewisse Meisterschaft darin entwickelt, die Hoffnung auf eine gute Reise sichtbar zu gestalten. Vielerorts in Argentinien – manchmal mitten im Nichts – kommt man an skurrilen Gedenkstätten für die Schutzheiligen aller Reisenden vorbei: Hören Sie nun die Geschichten der Difunta Correa und von Gauchito Gil!

„Das sollen Gedenkstätten sein?“, denkt man im ersten Moment. Kaum mehr sind die Schreine als solche zu erkennen. Viel eher erinnern sie an eine Plasikflaschen-Sammelstelle. Aber die vielen, vielen mit Wasser gefüllten Flaschen sind tatsächlich Opfergaben an die Difunta Correa, eigentlich María Antonia Deolinda y Correa, die 1841 auf der Suche nach ihrem Mann angeblich in der Wüste Argentiniens verdurstet ist. Ihr Kind jedoch überlebte, saugend an der Brust der toten Mutter …

Es war die Zeit des Bürgerkriegs in Argentinien, als Mariá ihr Kind zur Welt brachte. Weil ihr Mann von spanischen Soldaten verschleppt worden war, wollte sie ihm durch die Wüste folgen. Maultiertreiber sollen die Frau Tage später dort tot aufgefunden haben, ihr Baby aber hatte wie durch ein Wunder überlebt. Und so lassen Menschen, die an Heiligenschreinen für Difunta Correa vorbeikommen, der Verdursteten Wasserflaschen zurück.

Das Grab der María befindet sich in der Nähe der Fundstätte bei Vallecito und ist ein berühmter Wallfahrtsort geworden. Es heißt, dass jeder Argentinier ihn einmal im Leben besucht haben sollte. Die Difunta Correa ist vor allem zur Schutzheiligen der Reisenden geworden, sodass insbesondere LKW-Fahrersie verehren.

Nicht weniger verehrt wird Gauchito Gil – Gil, der kleine Gaucho, der um 1840 als Antonio Mamerto Gil Núñez in Mercedes in der Provinz Corrientes geboren wurde. Er war Landarbeiter; nicht bewiesen ist, dass er ein Verhältnis zu einer reichen Witwe hatte. Auf alle Fälle geriet er aber wegen dieses Vorwurfes in Schwierigkeiten, denen er entging, indem er sich der Armee anschloss. Später versteckte er sich im Wald und soll in dieser Zeit Reiche bestohlen und den Armen gegeben haben. Ein argentinischer Robin Hood also. Doch 1878 wurde er gefangen genommen, der Legende nach kopfüber an einen Baum gehängt und gefoltert.

Als der Henker ihm die Kehle durchschneiden wollte, sagte Gil zu ihm sinngemäß: Dein kranker Sohn wird gesund werden, wenn zu mir betest – andernfalls wird er sterben … Doch der Henker vollendete seinen Befehl trotz der Warnung. Und wirklich: Zuhause fand er seinen todkranken Sohn vor. Also betete er doch noch zu Gauchito Gil – und der Sohn wurde gesund.

Zum Dank baute der Henker dem Heiligen einen kleinen Schrein, der heute zu seiner Hauptpilgerstätte geworden ist. Jedes Jahr am 8. Januar, dem Todestag von Gauchito Gil, findet dort ein großes Fest statt.

Aber nicht nur in Corrientes, seiner Heimat, wird Gauchito Gil verehrt. Überall in Argentinien (vor allem im Osten und Nordosten) findet man die kleinen Schreine am Rande der Landstraßen, geschmückt mit roten Fahnen und Tüchern. Unsere Argentinien-Expertin Kerstin Veix hat auf ihrer Fahrt von Salta nach Molinos in Cuesta del Obispo den hier abgebildeten Schrein fotografiert.

Da Gauchito Gil eine Art Schutzheiliger für Auto-, Bus- und Lastwagenfahrer ist, ist es üblich, zu hupen, wenn man einen Schrein passiert. Wundern Sie sich also nicht: Es ist ein Gruß an Ihren Schutzheiligen und die Bitte um eine unfallfreie Fahrt.

Vielleicht drücken Sie auch auf die Hupe Ihres Mietwagens, wenn Sie an Gauchito Gil vorbeifahren, und lassen der Difunta Correa eine gefüllte Wasserflasche da … Wir wünschen Ihnen jedenfalls allzeit gute Reise!

16.03.2015
 
Volksheiliger Gaucho Gil in Argentinien
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