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Ein Kindheitstraum wird wahr – Reise nach Galápagos

Bericht unseres Gewinners Friedrich Gottschalk

Tag 1

Die Anreise nach Galapagos war an sich schon ein kleines Abenteuer. Allein wenn ich an die Flugdauer, das Umsteigen und die verschiedenen Fortbewegungsmittel im Laufe dieser Reise denke. Es hat aber alles ohne den kleinsten Zwischenfall funktioniert.

Im Grand Hotel in Guayaquil verbrachten wir unsere erste Nacht und das Hotel war sehr schön. Gut, an den Anblick des schwerbewaffneten Sicherheitspersonals vor dem Hotel musste man sich doch etwas gewöhnen, es gab einem aber auch ein gutes Gefühl. Hinter diesem Hotel befindet sich eine Kathedrale und ein Iguana Park. Den Park kann ich wärmstens empfehlen. Hier sieht man neben den Leguanen auch Wasserschildkröten. Die Kathedrale hatte leider schon zu.

 

Tag 2

Der große Tag ist da! Flug von Guayaquil nach Galápagos und von der Insel Baltra (auf der sich der Flughafen befindet) ging es mit dem Bus zunächst zum Kanal Itabaca: hier sahen wir unsere erste Meeresschildkröte! Den Kanal überquerten wir mit einer kleinen Personenfähre, um auf die Insel Santa Cruz überzusetzen.

Auf der Fahrt durchs Hochland von Santa Cruz konnte man den Wechsel der Vegetationszonen von der Trockenzone bis zu den Gras- und Farnzonen erleben.

Dann kam das erste große Highlight. Mit unserer Führerin haben wir während eines Spaziergangs die berühmte Galápagos-Riesenschildkröte in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet und zu Mittag gegessen (also Hähnchen, keine Schildkröte!). Die Tiere sind beeindruckend gigantisch und sehr friedlich. Vor allem aber uralt! Viele der Tiere haben gegen Mittag ihre Siesta gehalten und die Gliedmaßen von sich gestreckt. Die Haut erinnert irgendwie an eine alte Lederhandtasche…

In Puerto Ayora haben wir in unserem Hotel eingecheckt und sind am Nachmittag zur Tortuga Bay gelaufen, welche sich in etwa 5 km Entfernung befindet (kleiner Hinweis: laut Schildern werden nur 3 km angegeben – dies ist aber falsch). Das feucht-heiße Klima machte uns zu schaffen. Der schöne und grellweiße Strand der Tortuga Bay bot gute Bademöglichkeiten, vor allem aber sah man hier viele Pelikane, Schildkrötennester und neben den Riesenschildkörten die für Galápagos bekannten Meerechsen. Am äußeren Ende der Tortuga Bay liegt ein wenig versteckt die Playa Mansa, eine von Mangrovenbäumen umgebene Bucht mit wunderschönem Strand. Hier entdeckten wir auch Nistplätze von Silberreihern. Das stille Gewässer lädt zum Baden ein, weshalb sich hier auch die meisten Menschen tummelten. Viele haben geschnorchelt, aber es gibt bessere Stelle mit klarerem Wasser.

Gegen Abend erkundeten wir noch die Stadt und die wichtigsten Kneipen. Ich kann die Kneipe „The Rock“ wärmstens empfehlen. Dort gibt es auch die besten Caipirinhas auf ganz Galápagos! Man riecht wortwörtlich die Limetten, wenn man das Getränk auf den Tisch gestellt bekommt!

 

Tag 3

Heute nahmen wir an einem Bootsausflug teil und besuchten die Insel Bartolomé. Die kleine Vulkaninsel von nur 1,2 km² Größe zeigte eine spektakuläre Panormasicht auf die Sullivan Bay mit ihrer charakteristischen Felsnadel Pinackle Rock. Auf der Insel erklärte unser Guide – David – wie die Lava aus der Erde gekommen ist und welche besonderen geologischen Schichten zu sehen sind. Er erläuterte uns auch, dass viele Lava-Fach-Begriffe wie „Ahoihoi“ ihren Ursprung in Hawaii haben. Nach dem Mittagessen sind wir um die Felsnadel geschnorchelt – und es kam der nächste große Augenblick: Die vielen bunten Fische wie Doktorfische (sie sahen alle aus wie Dorie aus „Findet Nemo“) waren nur kurzzeitig beeindruckend. Denn nach nur kurzer Zeit im Wasser kreuzten die ersten Haie, Meeresschildkörten, Pinguine und Robben unseren Weg! Selbst eine Seeschlange konnten wir bewundern.

 

Tag 4

Nach dem Frühstück haben wir uns ein Bootstaxi genommen und sind zu einer Süß- und Salzwasserschlucht gefahren, um dort zu schnorcheln. Der Bootsmann machte einen Umweg, um uns einige Tiere wie Meeresschildkröten, Blaufußtölpel, Meerechsen usw. zu zeigen. Das sehr frühe Aufstehen hatte sich gelohnt, denn an der Schlucht waren fast noch keine Besucher. Dies änderte sich allerdings im Laufe des frühen Nachmittags erheblich.

Gegen Mittag besuchten wir die berühmte Charles-Darwin-Forschungsstation, die das wissenschaftliche Zentrum des Galápagos-Archipels ist. Hier sieht man die ganz großen, aber auch die ganz kleinen Galapagos-Schildkröten. Die kleinen Nachkömmlinge der Riesenschildkörten in den Aufzuchtstationen sind – im Gegensatz zu den großen alten Schildkröten – auch recht agil. Zumindest waren Sie immer am Fressen oder am Herumlaufen, wenn wir die Station besuchten.

 

Tag 5

Der zweite große Ausflug nach Seymour Norte stand auf dem Programm und war ein weiteres großes Glanzlicht beim Galápagos-Inselhopping. Zunächst gingen wir an einer kleinen Bucht schnorcheln und bewunderten einige Meeresschildkröten. Auch die Eier und Krabbelspuren der kleinen Nachwuchskröten konnte man am Strand finden. Der Guide gab uns eine leere Schildkröteneierschale, welche erstaunlich leicht war und sich eher wie eine stabile Plastiktüte anfühlte als nach einem klassischen Ei.

Die Insel North Seymour war besonders aufregend aufgrund der vielen Prachtfregattvögel, deren Männchen während der Balzrituale ihren schillernd roten Kehlsack wie einen großen roten Luftballon zu einer beachtlichen Größe aufblasen.

Die Blaufußtölpel haben ihren Paarungstanz aufgeführt. Dabei legen Sie den Kopf auf den Hals, heben Ihre blauen Füße an und breiten dann kurz ihre Flügel aus und schreien „gepfpfffff“. Klingt nicht nur komisch, sieht auch so aus! Die Tiere haben auch keinerlei Scheu vor Menschen. Man kommt richtig nah ran. Außerdem konnten wir auf der Insel die typische rot-orangefarbene Riesenechsenart bewundern und auch viele Robben mit ihren Babys sehen.

 

Tag 6

Heute standen nochmals die Tortuga Bay und die Charles Darwin-Forschungsstation auf unserem Plan. Um Wiederholungen zu vermeiden, mache ich es hier deshalb mal kurz. Die Tiere beeindrucken einen aber natürlich trotzdem.

Für alle, die eine solche Reise machen, empfehle ich abends den Hafen von Puerto Ayora. Hier sieht man im Licht der ins Meer gerichteten Scheinwerfer Rochen, Schildkröten, große Haie und jede Menge kleinere Haie. Die Atmosphäre wird mit einem guten Glas Whiskey und Pelikanen, die sich direkt neben einem auf das Geländer setzen, um nach dem nächsten begehrten Fisch Ausschau zu halten, abgerundet.

Aber Vorsicht! Auch Robben jagen dort und kommen auf den Kai. Sitzt man zufällig auf der „Lieblingsbank“ eines solchen Tieres, wird man in seine Schranken gewiesen. „Weg gegangen, Platz gefangen“ muss hier dem Gewohnheitsrecht der Robbe weichen. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Fischmarkt. Hier sieht man immer Robben und jede Menge Pelikane, welche beim Zerteilen der Fische einen Anteil von den Fischern bekommen.

 

Tag 7 bis Tag 10

Vom Hafen in Puerto Ayora wird man mit dem Taxi zu einem Schnellboot gebracht, sobald das Personal die Koffer nach fremden Tieren, Pflanzen usw. überprüft hat. Nach der Überfahrt mit dem Schnellboot zur Insel Isabela sind wir auf der größten Insel von Galápagos in Puerto Villamil angekommen (die Insel erinnert aus der Vogelperspektive an ein Seepferdchen). Für diese Überfahrt sollte unbedingt etwas gegen Übelkeit mitgenommen werden.

Zu empfehlen ist der wunderschöne und sehr lange feine Sandstrand von Puerto Villamil. Man sieht immer wieder, wie kleine Haie oder Rochen mit den Wellen zum Strand getragen werden und sich kleine Fische holen.

Schnorcheln gehen kann man am besten bei Concha Perla. Diese Bucht liegt etwas zwischen Mangroven versteckt und befindet sich gleich neben dem Kai im Hafen. Entlang der Küste kommt man zu kleinen, idyllischen Buchten. Auf dem Weg begegnet man den Einwohnern von Galápagos und immer wieder den zahlreichen Meerechsen.

Die Galápagos-Schildkröten-Station „Centro de Crianza Arnaldo Tupiza“ auf Isabella ist aus meiner Sicht wesentlich Interessanter als die Charles Darwin-Forschungsstation. Hier sind größere und beeindruckendere Tiere zuhause. Auch ist diese Station nicht so überlaufen.

Man kann zu dieser Station mit einem gemieteten Fahrrad oder aber zu Fuß gelangen. Der Weg zu Fuß ist spannender, da hier der Vegetationswechsel deutlich wird und ausgekühlte Lavaströme auf dem Weg liegen. Entlang des Sees leben sehr viele rosa Flamingos.

Die Höhle Cueva de Sucre erreicht man eigentlich am sinnvollsten mit dem Taxi (ca. 20 Minuten einfache Fahrt). Der Besuch eignet sich besonders bei schlechtem Wetter. Ohne Taschenlampe geht es allerdings nicht! Die Höhle wird aufgrund eines Goldfarbiges Mooses (vielleicht ist es auch ein Pilz), in ein interessantes Licht getaucht. Länger als 1,5 Stunden braucht man für dieses kleine Abenteuer jedoch nicht einzuplanen.

Bei den vielen örtlichen Tour-Veranstaltern sollte man eine Tour nach Las Tinoteras buchen. Am besten fragt man nach einem Last-Minute-Angebot. Hier kann man Haie in einem Unterwassergraben von Land aus und beim Schnorcheln im Wasser beobachten. Außerdem gibt es dort eine hohe Konzentration an Galápagos-Pinguinen (Vorsicht! Mutige Exemplare beißen auch mal in die Unterwasserkamera).

 

Adiós Südamerika! Adiós Ecuador! Adiós Galápagos!

Der dritte große Ausflug ging nach Los Tuneles und sollte unbedingt eingeplant werden, wenn man nach Galápagos reist. Der Ausflug war der Höhepunkt unserer Reise. Hier gibt es Blaufußtölpel zu sehen und eine beeindruckende Naturlandschaft, die durch hunderte Natursteinbrücken und Kakteen etwas für das Auge bietet. Beim Schnorcheln in diesem Arial kann man unter den Natursteinbrücken durchtauchen und auch durch verschiedene Höhlen schwimmen. Beeindruckend sind neben den Meeresschildkröten besonders die Robben, auf die man hier trifft. Macht man z. B. beim Tauchen eine Rolle oder dreht sich, wiederholen die verspielten Robben die gezeigte Bewegung. Dabei entsteht eine nicht zu beschreibende Verbundenheit und ein Erlebnis, das man wohl nie wieder vergisst.

Weitere Ziele wie die Mauer der Tränen (Muro de las Lágrimas) und der Vulkankrater Sierra Negra haben wir leider nicht besichtigt. Denn dazu hat die Zeit gefehlt und das Wetter war leider auch zu schlecht.

 

Tag 11 bis Tag 13

Rückkehr von Isabela nach Santa Cruz. Abschied nehmen 🙁 von Galapagos und sich auf die Familie freuen 🙂

Transfer mit dem Auto zur Fähre, mit dem Bus zum Flughafen. Umsteigen in Guayaquil. Flug von Guayaquil nach Europa und letztes mal Umsteigen in Richtung Heimat (Dauer vom Verlassen des Hotels auf Santa Cruz bis ins eigene Heim: 27 Stunden 37 Minuten und 25 Sekunden.

Wir empfehlen: 8 Tage Insel-Hopping Galápagos

14.06.2017Schlagwörter zu diesem Artikel

 
Der Gewinner unserer Postkarten-Aktion, Friedrich Gottschalk auf Galápagos.
© Gottschalk
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