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Die Q’eswachaka: Einzigartiges Bauwerk aus der Inka-Zeit

Brücke aus Gras führt über die Schlucht

Sie ist viel mehr als eine Brücke. Sie ist lebendiges Zeugnis aus der Zeit der Inka. Und sie ist Symbol für das Wissen und die großartige Fertigkeit der untergegangenen Hochkultur. Und sie ist ganz bestimmt auch Mutprobe, nichts für schwache Nerven und Menschen mit Höhenangst.

Wer die Hängebrücke Q’eswachaka (auch Q’iswachaka – Qu’eswachaka – Qeshuachaka) zum ersten Mal sieht, mag nicht glauben, dass sie tatsächlich die Last tragen kann, die ihr Tag für Tag zugemutet wird. Ganz aus geflochtenem Gras hergestellt, überspannt die 28 Meter lange Brücke den Fluss Río Apurímac in der Provinz Canas nahe Cusco. In knapp 15 Meter Höhe können die Bewohner der Umgebung dank ihr gefahrenlos auf die andere Flussseite gelangen. Zwar nur im Einbahnstraßen-System – denn mit ihren 1.20 m ist sie zu schmal für Überholmanöver – aber bereits seit 500 Jahren!
Nun, es ist nicht dieselbe Brücke, die da seit fünf Jahrhunderten das Flussbett überspannt. Nein, solch eine Haltbarkeit weist geflochtenes Gras natürlich nicht auf. Genauer gesagt: Es hält exakt eine Saison lang. Und so muss sie jedes Jahr neu gebaut werden. Dazu kommen stets  im Juni etwa 700 Menschen aus den umliegenden und von der Brücke profitierenden Dörfern für drei Tage zusammen, um das Bauwerk zu erneuern. Es ist ein Fest, wenn die Brücke fertig ist und schließlich eingeweiht wird. Schamanen begleiten die Einweihung mit Zeremonien und Opferritualen. Das soll Unglück abwehren.

Die Q’eswachaka ist die einzige Inka-Brücke, die noch heute jedes Jahr erneuert wird. Verwendet wird ein bestimmtes Gras, das Qoya-Gras, das nur im Andenhochland gedeiht. Es ist im Juni reif. Und nur die besten Halme werden geschnitten. Die Frauen flechten daraus meterlange Zöpfe. Durch die besondere Flechtweise wird dem Gras noch mehr Stabilität zugesprochen. Wie genau geflochten werden muss, dieses Wissen wurde von Generation zu Generation weiter gegeben. Die UNESCO hat die Fertigkeiten, das Wissen und die Rituale für den jährlichen Wiederaufbau 2013 zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt.

2014 dann wurde der Qhapaq Ñan-Weg in die Weltkulturerbe-Liste aufgenommen. Der Qhapaq Ñan war eine der Hauptstraßen im einstigen Reich der Inka, das von Nord nach Süd durch ein Wegenetz verbunden war. Und diese Huptstraße führte auch über die Q’eswachaka.

Es ist übrigens Aufgabe der Männer, die dicken Seile miteinander zu verknüpfen und dann über die Brücke zu spannen und an den Pfeilern zu befestigen. Frauen dürfen übrigens in dieser Phase nicht in die Nähe der Brücke.

Das Erneuerungsfest ist übrigens das größte und wichtigste kulturelle Ereignis der Gemeinschaften Hunchiri, Chaupibanda, Choccayhua und Ccollana Quehue. Und auch Besucher sind willkommen, denn die Bewohner sind stolz auf ihre besondere Tradition und präsentieren ihr Bauwerk gerne. Dieses Jahr wird die Brücke vom 7. bis 9. Juni erneuert. Die Feier findet am 10. Juni statt.

 

Einen Film über den Brückenbau gibt es unter: http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/videos/peru-die-grasbruecke-100.html

13.03.2018Schlagwörter zu diesem Artikel

 
Brücke aus Gras in Peru, Zeugnis aus der Inka-Zeit, Qeswachaka.

 


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