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Die Krux mit der Doppeldeutigkeit: Kleines Reisewörterbuch, Teil 2

Heute geht es in unserem kleinen Reisewörterbuch um Begriffe, die in verschiedenen Ländern Lateinamerikas unterschiedliche Bedeutungen haben. Und wie es mit der Sprache eben so ist, können die Auswirkungen enorm sein 😉

Der berühmte Teufel im Detail könnte den Auto-Reisenden zum Beispiel mit leerem Tank zu einem – Brunnen – leiten … Denn wer in Peru eine Tankstelle sucht, fragt nach „el grifo“: der Zapfsäule. Im Nachbarland Ecuador aber wird er auf der Suche nach „el grifo“ zu einem Brunnen oder Wasserhahn geschickt … Wenn sich dann nur noch ein Tropfen Restbenzin im Tank befindet, kann das ein fataler Umweg werden. Immerhin läuft man nicht Gefahr, selbst zu verdursten.

Gasoliniera heißt Tankstelle übrigens auf Spanisch.

Noch ein lustiges Beispiel für peruanisches Kauderwelsch: Ein Hinweisschild mit „Playa“ mitten in den Hochanden könnte für ordentlich Verwirrung sorgen. Ein Strand??? Hier??? Tatsächlich sparen die Peruaner sich die korrekte, aber sehr lange Bezeichnung „Playa de Estacionamiento“ – was nämlich schlicht und einfach Parkplatz heißt.

„Me cachas?“ fragt man in Quito, um zu erfahren, ob man verstanden wurde. Vielleicht einer der am häufigsten gestellten Fragen von Lateinamerika-Reisenden, die ganz vorbildlich versuchen, sich auf Spanisch zu verständigen. Doch Vorsicht: Stellt eine Frau in Peru diese Fragen einem Mann, macht sie ihm sozusagen ein freizügiges Angebot. Also nicht, ob der Gesprächspartner sie verstanden hat – sondern ob er Lust hätte … „Cachái?“, würden jetzt die Chilenen sagen. Verstanden? Auch „oyes?“ ist gebräuchlich.

Wenn wir damit schon im Bereich der Anzüglichkeiten sind, hier gleich noch ein paar Beispiele für Begriffe, die man ganz vermeiden sollte. Und doch wird man sie auf der Straße hin und wieder hören. Aber es sind Schimpfwörter, das sollte man wissen: „Payo“ ist so ein Begriff. Während man in Ecuador ganz schlicht eine Zange meint, werden in Costa Rica mit „payo“ Menschen beschimpft, die vermeintlich homosexuell sind oder die man schlicht beleidigen will. Übersetzt heißt „payo“ hinterwäldlerisch.

In Guatemala sagen die Menschen „hueco“, wenn sie jemanden abfällig als schwul betiteln – egal, ob er es ist oder nicht. Wie „payo“ ist „hueco“ schlicht ein Schimpfwort. Die eigentliche Übersetzung für „el hueco“ ist jedoch Loch, Hohlraum, Vertiefung, Lücke.

„Buseta“ wird in Ecuador gesagt, wenn ein kleiner Bus gemeint ist. „Hay una buseta a …?“ Fährt hier ein Bus nach …? Würde man nach „buseta“ in anderen spanischsprachigen Ländern fragen, hätte das Wort allerdings eine ganz andere Bedeutung: Nämlich die des weiblichen Geschlechtsorgans. Denn blöderweise wird „buceta“ genau so ausgesprochen wie „buseta“.

„No manches!“, dürfen Sie jetzt laut ausrufen, wenn sie erstaunt sind. Das tun vor allem die Mexikaner gerne. Und „no me cargues!“ bedeutet in Argentinien „verarsch mich doch nicht!“ Könnte jetzt auch angebracht sein.

27.04.2015Schlagwörter zu diesem Artikel

 
Spanisches Wörterbuch

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14 Tage , ab 2.490 €

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  • Goldgräbersiedlung Zaruma
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Schlagwörter zu dieser Reise
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