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Die Anden – in schwindelnder Höhe

Stichwort Höhenkrankheit und Akklimatisation

*Was ist das eigentlich? *Welche Anzeichen treten auf? *Wie kann man vorbeugen? *Unsere Tipps!

Wer eine Reise nach Lateinamerika plant, kommt um die Anden meistens nicht herum. Das heißt für unsere Reisenden: besondere Anforderungen kommen auf sie zu … Und so spielen die Stichworte Höhenkrankheit und Akklimatisation (auch: Akklimatisierung) stets eine Rolle bei der Beratung und Reiseplanung. Was Anzeichen für die Höhenkrankheit sein könnten, wie man ihr vorbeugen kann und wie eine Akklimatisation abläuft – das erklären wir hier.

Wer hoch hinaus will, sollte gut vorbereitet sein. Mit „hoch hinaus“ meinen wir nicht etwa abgehobene Ideen oder Karriere-Pläne – nein, in diesem Fall ist tatsächlich die Höhe über n.N. gemeint. Denn auf vielen unserer Reisen führen wir unsere Reise-Gäste in die Anden, die den südamerikanischen Kontinent von Nord nach Süd auf 7.000 km durchziehen. Weltberühmte Sehenswürdigkeiten und wunderschöne Städte wie Quito, Machu Picchu, Cusco, La Paz, Uyuni oder den Titicaca-See liegen in der Gebirgsregion. Sie einmal im Leben zu sehen, das steht natürlich ganz oben auf dem Wunschzettel unserer Kunden. Ganz zu schweigen vom Anblick majestätischer Vulkane, die sich wie Perlen auf einer Kette durch die Anden aneinander reihen.

Wanderer auf dem Inka-Trail in Peru
Wanderer auf dem Inka-Trail Peru. Foto: Condor Travel

Doch können wir es denn körperlich überhaupt schaffen, in so schwindelnden Höhen unterwegs zu sein? Das werden wir von unseren Reisen-Gästen oft gefragt. Und auch umgekehrt weisen wir im Beratungsgespräch stets darauf hin, dass die Andenregion an den menschlichen Organismus besondere Anforderungen stellt und man „gut vorbereitet sein“ sollte, bevor man größere Höhen in Angriff nimmt.

Wie hinlänglich bekannt ist, wird die Sauerstoffaufnahme, je höher man kommt, immer schwieriger. Kurzatmigkeit, Erschöpfung, Schwindel, ein schneller Pulsschlag können Anzeichen dafür sein. Ich erinnere mich an einen Aufenthalt in den Alpen, wo ich auf einer Berghütte in 1.800 m Höhe übernachtet habe. Und mir nicht erklären konnte, warum ich nicht zur Ruhe kommen konnte. Es lag einfach an der Höhe, mein Herz schlug schneller als sonst. Und ich erinnere mich auch daran, als mir in Zermatt, als ich mit der Gondel mal eben auf 3.800 m hoch gefahren bin, in der Höhe etwas schwindelig wurde und ich schnell wieder runtergefahren bin vom Berg.

Oft wird von „dünner Luft“ gesprochen. Da oben gibt’s aber nicht wirklich weniger Sauerstoff. Dass es sich trotzdem so anfühlt, als bekäme man von dem guten Sauerstoff weniger in die Lungen, liegt daran, dass mit steigender Höhe der Luftdruck sinkt. Und dieser Umstand beeinträchtigt die Sauerstoffaufnahme tatsächlich.

Stichwort Höhenkrankheit: Wenn Symptome wie starker Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Atemnot oder Benommenheit auftreten, liegt höchstwahrscheinlich eine Sauerstoffunterversorgung – Hypoxie – vor. Die Höhenkrankheit kann jeden treffen. Wer wann welche Symptome entwickelt, ist von mehreren Faktoren abhängig, beispielsweise der körperlichen Konstitution (Sportler – Nicht-Sportler, Raucher, Übergewichtig) oder auch dem Alter, wobei Menschen unter 46 Jahren eher betroffen sind, Symptome zu entwickeln.

Aber sehr unwahrscheinlich ist, dass die Höhenkrankheit bereits unter 2.500 m Höhe auftritt. Insofern sind Touren über das Andenhochland meistens unbedenklich. „Soroche“ nennen Andenbewohner die Krankheit – und erstaunlicherweise werden sie von ihr ebenso heimgesucht wie Touristen.

Ganz abgesehen davon, dass es einem wirklich hundselend geht, kann die richtige Höhenkrankheit auch gefährlich werden. Nämlich dann, wenn sich durch den erhöhten Blutdruck in der Lunge oder dem Gehirn Flüssigkeit ansammelt und dort Ödeme bildet. Kopfschmerzen, Verwirrung und Sinnestäuschungen sind die Folge.

Nun seien Sie aber nicht ängstlich! Erstens: Wir bereiten Sie wirklich vor, sorgen dafür, dass eine gute Akklimatisation stattfindet und der Körper genügend Zeit bekommt, sich den neuen Verhältnissen anzupassen und er nicht zusätzlich durch körperliche Anstrengungen belastet wird. Der Körper ist in der Lage, sich innerhalb weniger Tage anzupassen, indem er mehr rote Blutkörperchen produziert, so dass die Sauerstoffaufnahme besser gewährleistet ist. Das versteht man unter Akklimatisation: Die Anpassung von Lebenwesen an veränderte klimatische Verhältnisse.

Zweitens: Die Wahrscheinlichkeit an der Höhenkrankheit zu erkranken, ist gering. Nur sehr selten klagen unsere Reise-Gäste darüber, dass sie arge Probleme hatten. Leichte Anzeichen wie Kopfschmerzen, Schwindel und Unwohlsein  in den ersten Tagen können wohl mal vorkommen.

Damit Sie in etwa einschätzen können, mit welchen Höhen Sie es zu tun bekommen, hier ein paar konkrete Zahlen: Quito liegt auf 3.430 m, Machu Picchu (2.430 m), Cusco (3.430 m), La Paz (3.600 m), Uyuni (3.671 m) oder der Titicaca-See (3.800 m).

Eine typische Route, wie unsere Peru-Expertin Kerstin Veix sie empfiehlt, beginnt im flachen Lima (161 m). Über Land oder mit dem Flugzeug geht es weiter nach Arequipa (2.300 m). Erst nach einem Aufenthalt von zwei bis drei Nächten sollte man Puno am Titicaca-See (3.827 m) und Cusco (3.430 m) ansteuern. Eine Alternative ist das Heilige Tal, das 800 m tiefer liegt als die einstige Inka-Hauptstadt Cusco.

Unsere Tipps – zur Vorbeugung und zum Gegensteuern:

  • Lassen Sie es vor allem ruhig angehen in den ersten Tagen Ihrer Reise. Strengen Sie sich körperlich nicht zu sehr an. Und messen Sie sich selbst nicht an anderen Reisenden, denn jeder hat sein eigenes Tempo!
  • Versuchen Sie, die Zeitumstellung schnell zu verarbeiten und sich an die Tages- und Nachtzeiten anzupassen. Schlafen Sie genügend. Gönnen Sie sich bewusst Pausen.
  • Ein Tipp aller Anden-Experten: Trinken Sie Wasser! Viel Wasser. Flüssigkeit soll hilfreich sein, einer Dehydrierung entgegenzuwirken. Und tun Sie etwas, um gleichzeitig den Elektrolythaushalt Ihres Körpers mit wichtigen Nährstoffen und Mineralien zu versorgen. Salziges Gebäck und zuckrige Sportgetränke können helfen.
  • Die Einheimischen übrigens kauen gerne Koka-Blätter. Ja, in Deutschland sind sie verboten. Aber die Anden-Bewohner schwören auf die Wirkung, die gegen Hunger und Müdigkeit helfen und die Sauerstoffaufnahme fördern soll. Allerdings, erzählt meine Kollegin Kerstin Veix (die das Koka-Blätter-Kauen in Peru ausprobiert hat), schlagen Einheimische eine Masse aus Asche und Mineralien in die Blätter ein, stecken sie sich in die Backentasche und kauen sie langsam weich. Von der nachgesagten berauschenden Wirkung hat meine Kollegin allerdings nichts gespürt!
  • Lieber leichte Speisen – statt fettiges Essen: Ein voller Magen macht schlapp und müde und belastet den Organismus zusätzlich.
  • Auf Alkohol sollten Sie natürlich auch verzichten. Denn Alkohol entzieht dem Körper Wasser. Also gegenteilig zur gewünschten Wasseraufnahme.
  • Vermeiden Sie Sonnenbrand. In der Höhe ist die Sonneneinwirkung nicht zu unterschätzen. Auch wenn die Sonne sich nicht blicken lässt, ist die Gefahr, einen Sonnenbrand zu bekommen, groß. Der Körper reagiert mit Unwohlsein und Erschöpfung
13.02.2018Schlagwörter zu diesem Artikel

 
Lisa Drecker in Machu Picchu.

 


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