América Andina - 20 Jahre Reisen in Lateinamerika
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Das Ende unserer Fastenzeit ist der Beginn neuer Vorsätze

Die Fastenzeit ist vorbei – und alles ist wieder beim Alten? Nein, nein. Ganz so ist es nicht. Interessanterweise hat die Idee, 40 Tage lang auf Liebgewonnenes zu verzichten, doch dazu geführt, dass wir vier Damen aus dem Büro uns bestimmter Verhaltensweisen ein wenig mehr bewusst geworden sind, sie teilweise sogar kritisch sehen und langfristig ändern wollen.

Um gleich mal bei mir selbst anzusetzen, muss ich sagen, dass mir der 19. April als Wiedereinstieg in die Süßigkeiten-Szene ganz gut in den Kram passte. Denn am Karsamstag treffen sich die Nachkommen eines Familienzweiges (seit nunmehr fast 90 Jahren) zum traditionellen Osterspaziergang. Jedes Jahr wird der gleiche Berg erklommen, der gleiche Weg gegangen und im Anschluss in den gleichen Gasthof eingekehrt. Die erwachsenen Spaziergänger haben die Taschen voll mit Schokoeiern, die sie im günstigen Augenblick für die kleinen Spaziergänger fallen lassen – oder im ebenso günstigen Augenblick sich selbst in den Mund stecken…Ich gehöre eindeutig zu Gruppe 2. Aber ich durfte ja!

Obwohl die Süßigkeiten jetzt wieder freigegeben sind, wünsche ich mir, dass ich es schaffe, sie deutlich seltener zu mir zu nehmen und dafür jedes einzelne Stückchen zu genießen …

Diana, die jetzt sieben Woche ohne Kaffee hinter sich hat, hat den gleichen Wunsch. Sie trinkt wieder Kaffee, aber in Maßen und mit Genuss. Denn sie liebt den Geschmack. Zukünftig möchte Diana weit weniger trinken als die vormals acht Tassen täglich. Der Verzicht war für sie „keine große Sache“, so dass sie den eingeschränkten Kaffeekonsum „beibehalten wird“. Vor allem auch, um ihren Magen zu schonen. Das Fastenbrechen passierte übrigens passenderweise in Italien. Das Land des guten Kaffees. „Da gab’s morgens Cappucchino, abends Espresso.“, schwärmt sie.

Als Juliane ihren Internetzugang auf dem iPhone wieder aktivierte und „mal eben sehen wollte, wie viele WhatsApp-Nachrichten sie in den vergangenen 40 Tagen erhalten hat, ist der Dienst zusammengebrochen. „Da ging gar nichts mehr“, sagt sie und erzählt von rund 600 Eingängen. Hat sie die alle gelesen? „Nein, natürlich nicht“, lacht Juliane. „Nur einzelne Nachrichten.“ Aber jetzt laufe ihr iPhone doch wieder „auf Hochtouren“. Juliane ist aber dazu übergegangen, das Telefon nicht ständig auf den Tisch zu legen, wenn sie Verabredungen hat. Denn so hat sie es in der Fastenzeit auch gemacht – weil ja eh keine Nachrichten kamen.

Jana sucht zurzeit nach einer „sinnvollen Smartphone-Nutzung“. Denn kaum war Ostersonntag, hat sich ihr Nachrichtenpensum von 3 SMS am Tag auf mindestens 30 Nachrichten täglich verzehnfacht. „Das traurige ist, dass ein Großteil dieser Nachrichten ziemlich sinnfrei sind, also nur ein Hin- und Her-Geschreibe, einfach weil man’s kann. Dann denke ich immer, ich hab es ja wirklich vier Wochen ganz ohne Smartphone ausgehalten. Also muss es auch jetzt eine Möglichkeit geben, einen guten Mittelweg zu finden…“

Die letzten der Wochen ihres iPhone-Fastens hatte Jana bereits etwas modifiziert: Smartphone ja – WhatsApp nein. Denn gewisse Dinge haben ihr doch sehr gefehlt. „Dazu gehörten das Navigationssystem, mein Musikstreamingprogramm und die Wetter-App. Deswegen habe ich nach vier Wochen Fasten mein Iphone wieder angeschaltet, ab und zu auch mit Internet, vor allem um Musik zu hören. WhatsApp-Nachrichten sind also nicht alle auf einen Schub, sondern nach und nach eingetrudelt. Aber ich habe mir verboten, sie zu lesen oder zu beantworten.“

Jana ist zuversichtlich, dass sie für die Zukunft einen optimalen Weg findet. „Nicht ständig draufgucken und vor allem in Vorlesungen und bei Treffen in der Tasche lassen – denn das fällt vielen Menschen wahnsinnig schwer!“ Manchmal denkt sie an die Zeit ganz ohne Internetzugang zurück, vor allem dann, „wenn ich jetzt irgendwo in der Öffentlichkeit warte und an meinem Smartphone zugange bin, als wäre es an meiner Hand festgeklebt. Dann erinnere ich mich an meine Zugfahrt nach Berlin, die ich ohne Smartphone geschafft habe und daran, dass ich nur den Kopf geschüttelt habe über Mitreisende, die in ihre Handys starrten und kein Interesse an dem hatten, was um sie herum passierte.“

29.04.2014Schlagwörter zu diesem Artikel

 
Vier Reisespezialisten von América Andina und ihre Fastenideen.
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